Lindenberg
«Worthülsen stärken Hauptschule nicht»

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Der Plan von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, ab dem kommenden Schuljahr einen Gutteil der Hauptschulen als Mittelschulen zu bezeichnen, stößt beim Rektor der Hauptschule Lindenberg auf wenig Gegenliebe: «Diese Bildungsreform bringt inhaltlich nichts Neues, nur einen neuen Namen. Damit ist den Hauptschulen überhaupt nicht geholfen.» Für ihn sind die Pläne nur « leere Worthülsen».

Hoffmanns Schule mit derzeit rund 500 Schülern erfüllt seit Jahren alle Bedingungen, die das Ministerium verlangt, um den Status Mittelschule zu erhalten: von den drei berufsorientierenden Zweigen (Technik, Wirtschaft, Soziales) über die leistungsbezogene Förderung ab der 5. Klasse, das Ganztagsangebot, oder die Möglichkeit, den mittleren Bildungsabschluss (der sogenannte M-Zug) zu machen. Mit Berufsschule, Betrieben und Arbeitsagentur wird längst eng zusammengearbeitet.

«Um die Hauptschule zu stärken muss es ermöglicht werden, den M-Zug nicht erst ab der 7. Klasse sondern bereits ab der 5. Klasse einzuführen», formuliert Hoffmann sein zentrales Anliegen. Ansonsten wandern noch mehr Schüler an die Realschule ab, beobachtet er.

Fachgespräch in Lindau

Doch auf diesem Ohr scheint Spaenle taub zu sein. Der aus Weiler kommende CSU-Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter steht hinter dem Anliegen, und hat das eindringlich in einem Schreiben im Mai dem Minister mitgeteilt. Die Antwort, die Rotter Hoffmann mündlich übermittelte: «Der Minister denkt gar nicht daran.»

Näheres erfährt Hoffmann vielleicht bei einem schulpolitischen Fachgespräch am 24. Juli im Gasthof «Köchlin», zu dem Spaenle nach Lindau kommt. Hoffmann will persönlich dem Minister seine Sicht der Dinge darlegen. Er versteht nicht «warum sich Spaenle sträubt».

Ab Herbst 2010 dürfen Viertklässler mit den Noten 4 in Deutsch und Mathematik auf Elternwunsch ans Gymnasium wechseln. «Wer will dann noch auf den M-Zug?», fragt er sich, denn dafür gelte nach wie vor der Schnitt von 2,3 in den wichtigen Fächern.

Auch personell hinke die Hauptschule hinterher. Beispielsweise hätte ein Gymnasium mit vergleichbarer Schülerzahl zwei Sekretariatsstellen, an der Hauptschule Lindenberg sei nicht einmal eine Ganztags-Sekretärin genehmigt.

Zertifikate sind «Blödsinn»

Als «kompletten Blödsinn» deklariert Hoffmann die Einführung von Zertifikaten statt Zeugnissen. «Die Schüler brauchen ordentliche Zeugnisse», stellt der Rektor unmissverständlich fest. Wer sich mit einem Zertifikat um eine Stelle bewerbe, habe keine Chance. Ein zusätzliches Zertifikat zum Zeugnis für besondere Fähigkeiten, würde er hingegen begrüßen.

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