Wortduell mit spitzen Zungen

Von Thomas niehörster | Sonthofen Cornelia Ney, Martin Hehl und die Raffelemusik Hüttlinger/Milz hatten eine Veranstaltung in der Kultur-Werkstatt als einen 'musikalisch-mundartlichen Osterspaziergang' angekündigt. Für die Besucher wurde es jedoch eher eine Nachtwanderung im Schnee, bevor sie den Spielort erreichten.

War es Solidarität mit der Kultur-Werkstatt oder zogen die Namen der Akteure? Auf jeden Fall war die Kultur-Werkstatt bis auf den allerletzten Platz besetzt. Was Martin Hehl in seiner Begrüßung mit 'Ja friele gidd es d´ Kultüerwearkstatt no … öü wem ‘ba de gefühlte Züeschuß vu 24 000 Euro ibr reale 12 000 uf Null Euro kirzd hodd.'

Cornelia Ney und Martin Hehl boten waschechtes Kabarett in Mundart, das die Zuschauer von einem Lacher in den anderen fallen ließ. Wenn nicht gerade das überaus fleißige Quartett Alfred und Ferdl Hüttlinger mit Alex und Reimund Milz 'seal gschtrickd Schtickle' aufspielten. 'Die Beschde widd und breit!', wie Martin Hehl meinte. In einem fiktiven Telefonat bekam das Landratsamt ebenso sein Fett weg wie der Sonthofer Bürgermeister oder die Oberstdorfer, die nach drei Jahren hintereinander heuer keinen weiteren neuen Kurdirektor bekamen, sondern einen neuen Bürgermeister - damit es nicht langweilig wird.

Einige heitere Gedichte aus Martin Hehls Büchern wie das von der Kuh, die eine Blumenallergie hat und dadurch vom Metzger verschont bleibt, oder vom Hausierer mit einem gewaltigen Schatz an tausend Kleinigkeiten, die man so im Haushalt benötigt - vom Büstenhalter bis zum Rattengift - lösten Witze ab wie den vom Touristen, der im Krämerladen einen Kodakfilm kaufen will, abschlägig beschieden wird, aber als Alternative 'frische Fluigebändl' angeboten bekommt, die gerade hereingekommen seien.

In einem amüsanten Wortduell, das mit spitzen Zungen ausgefochten wurde, trafen Cornelia Ney, alias Frau Mollenschuss, die einen Bauern heiraten will, und Martin Hehl als Priester, beim 'Braut-Examen' aufeinander. Das Argument, der Pfarrer verstehe ja sowieso nichts von der Ehe, kontert der: 'Man müsse ja nicht ins Feuer fassen, um zu wissen, dass es heiß ist'.

Drei Zugaben wurden zum Schluss des vergnügten Abends vom Raffele-Quartett angeboten: eine traditionelle, eine flotte oder eine moderne. Es kam, wie es kommen musste - es gab alle drei Stückle als Zugabe, darunter den 'Mr. Sandman'. Und das Publikum fühlte sich, wie der Titel des Abends versprach: 'Wie im Himl voarduß!'

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020