Lindenberg
Wortakrobatik unterm Sternenhimmel

Zum «Grand Slam of Poetry» fanden sich am vergangenen Wochenende rund 200 Besucher und Neugierige der extravaganten Literatur im Hof des Gasthauses «Hirsch» in Lindenberg ein. Dort machte das Expeditionsmobil der Kulturexpedition Ostallgäu Halt und bot den idealen Rahmen für ein literarisches Open Air. Bei eher frostigen Temperaturen «zitterten» neun Slamer um die Gunst des Publikums. Am Ende siegte Franziska Holzheimer aus München mit ihrer Wortakrobatik.

Zwar hat laut Tobias Kunze (Hannover) «Traurigkeit eine Postleitzahl», um die Lindenberger handelte es sich an diesem Abend jedoch definitiv nicht. Dort war die Stimmung heiter und lustig. Unter der Moderation von Bo Wimmer, der manchmal zwar nicht die passenden Adjektive fand, aber trotzdem versuchte, das Publikum bei der «literarischen Stange» zu halten, ging der dreistündige Slam-Marathon über die Bühne.

Kunze brachte mit seinen Versen «zur Soziokultur» den richtigen «Schwung zur Wucht». Die Münchnerin Carmen Wegge suchte den glücklichsten Tag zum Überleben aus und bangte mit ihrer Kollegin Theresa Hahl aus Heidelberg um die Schönheiten der Welt.

Dass es Nachteile mit sich bringt, die Pointen von Witzen nicht zu erkennen, wusste auch die Augsburgerin Mia, die sich zwischen aufzählendem Drama und erogener Kollision bewegte.

Traue nie einer Frau

Andy Strauß aus Münster bewährte sich als Babysitter und rappte sich als Hartz-IV-Empfänger bis ins Finale. «Aenkhtoday» aus Wangen wünschte «Gute Nacht» und befand, dass das «Wilde und Junge» gar nicht so schlecht sei, wie es die Politik immer mache. Der Mainzer «Schunke III» hatte seine eigene Vorstellung von Schöpfungsmoral und ging auf Nummer sicher: Nie einer Frau zu trauen, sei für ihn der beste Weg ins Finale. Und hat er die «Poesie der Wahl», entscheide er sich für den Wortschatz.

Die Münchnerin Anna nahm kein «Blatt vor den Mund», während Franziska Holzheimer, ebenfalls aus der Landeshauptstadt, stetig «kotzte, wenn sie verliebt war». Sie war an diesem Abend die «Sahneschicht im literarischen Bienenstich»: Zog sie als einzige Frau ins Finale und gewann die Endausscheidung klar vor Kunze, Strauß und «Schunke III».

«Hirsch»-Inhaber Thomas Klaus freute sich über die große Resonanz und das erste Open-Air der Kultgaststätte. Dietmar Ledel

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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