Immenstadt
Wo die Tanzfläche zum Schlachtfeld wird

David Hasselmosh hielt Einzug im Immenstädter «Rainbow». Liebhabern der harten Musik wurde beim inzwischen dritten Metal-Festival unter diesem originellen Namen ein vorzüglicher Ohrenschmaus geboten. Es spielten fünf brachiale Bands, Monitorboxen fielen von der Bühne und über das entfesselte Publikum ergossen sich Wasser, Schweiß und Bier. So gehört sich das eben für einen ordentlichen Abend der Metallmusik.

Die erste Band des Spektakels ist «Trematoda». In gewohnter Manier prügeln sie ihren Sound durch die Anlage. Schade, dass sich am Anfang noch niemand auf die Tanzfläche traut. Das Eis bricht auch bei «Hope dies first» noch nicht. An der Band kann es nicht liegen, denn obwohl den Schwaben der Bassist davongelaufen ist, erzeugen die Herren ein urgewaltiges Klangerlebnis.

Die Hardcorer «Nonsense of Decency» gehen noch eine Spur wilder zur Sache, endlich kommt Bewegung in die Zuhörerschaft.

Aber erst die vierte Band verwandelt die Tanzfläche in ein Schlachtfeld. «Noise of Minority» lassen dichten und höchst aggressiven Metalcore aus den Verstärkern dröhnen und zeigen intensiven Körpereinsatz. Das Publikum ist ab den ersten Takten nicht mehr zu halten.

Eine Horde Konzertbesucher stürzt sich auf den Sänger und begräbt ihn unter sich, eine Monitorbox poltert von der Bühne, die stickige Luft vermischt sich mit Körper- und Gerstensäften. Einige Mutige versuchen sich sogar am Stagedive.

Diese geladene Atmosphäre setzt sich beim Auftritt von «The Carriage» fort. Die Band spielt, als sei der Leibhaftige hinter ihren Seelen her. Es wird getanzt, eher gemosht, buchstäblich bis zum Umfallen.

Nachdem man von David Hasselmosh durch den Wolf gedreht wurde, schwingt der Schädel noch lange im Takt der Double-Basedrum nach und so mancher wird wohl blaue Flecken als Andenken mit nach Hause genommen haben.

Hasselmosh kommt im Mai wieder; bis dahin dürften selbst die ärgsten Konzertblessuren verheilt sein. Spätestens dann wird es auch wieder Zeit für neue.

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