Pfronten
Wo die Häuser der Gemeinde Energie verlieren

Mit Dämmungen für das Dach sind bei der Grundschule und dem «Haus des Gastes» in Pfronten die schlimmsten «Löcher» bereits gestopft. Das erklärte Architekten Peter Huber im Gemeinderat, der derzeit Energieausweise für gemeindeeigene Gebäude erstellt. Detailliert beraten soll der Gemeinderat darüber in seiner Klausur am 15. Oktober, kündigte Bürgermeister Beppo Zeislmeier an. Dann soll es auch um das «Hauptsorgenkind» der Gemeinde gehen, die Hauptschule. Auch das Rathaus, bei dem Huber nicht nur wegen der «mehr als veralteten» Heizungsanlage großen Handlungsbedarf sieht, beschäftigt das Gremium im Herbst.

An Energieausweisen, wie sie mittlerweile Pflicht sind, arbeitet Architekt Huber derzeit für die beiden Schulen, das Haus des Gastes und das Rathaus in Pfronten. Die Bayerischen Elektrizitätswerke fördern dies aus einem «5000-Rathäuser-Programm». So tragen die Lech Elektrizitätswerke die Hälfte der Kosten von Hubers Arbeit.

Guter Wert für Grundschule

Die Grundschule «steht eigentlich nicht schlecht da», so das Fazit des Architekten. Zwar entspricht das 1955/60 errichtete und 1994 um einen Anbau erweiterte Gebäude in allen Bauteilen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Mit einem tatsächlichen Energieverbrauch von 95,8 Kilowattstunden pro Quadratmeter erreicht es aber einen «sehr guten Wert», so Huber. Die Bedarfserhebung lag mit 437,2 Kilowattstunden wesentlich höher.

Günstig wirkt sich laut Huber unter anderem aus, dass kaum Warmwasser verbraucht wird. Den Bedarf der Reinigungskräfte decken Boiler. Mit der Dämmung der oberen Decke durch den Bauhof der Gemeinde habe man ein Drittel des Energiebedarfs und CO2-Ausstoßes eingespart, so Huber. Bei einigen Kältebrücken seien noch Nachbesserungen möglich. Als weitere Maßnahmen schlug er die Dämmung der Kellerdecke und eine schrittweise Erneuerung der Fenster vor, die teilweise noch aus Holz seien und zweifach Isolierglas hätten. Weitere Maßnahmen brächten nur noch geringe Verbesserungen und amortisierten sich schlecht, so Huber.

10000 Kubikmeter Gas pro Jahr

Auch beim Haus des Gastes liegt der tatsächliche Jahresverbrauch mit 209,6 Kilowattstunden pro Quadratmeter deutlich unter dem errechneten (613,6). Rund 10000 Kubikmeter Gas werden derzeit pro Jahr verheizt. Auch hier wirkt sich aus, dass sich die Warmwasserbereitung auf zwei Boiler beschränkt. Diese durch Durchlauferhitzer zu ersetzen würde sich bereits nach anderthalb Jahren amortisieren. Unumgänglich sei zudem der Austausch der Fenster. Ein Problem stelle die schlechte Dämmung des Obergeschosses dar, so Huber. Eine Außenwanddämmung zöge bei so einem Gebäude «einen Rattenschwanz» nach sich. Eine Innenwanddämmung wäre zwar im Bereich Sitzungssaal sinnvoll. Dort müssten jedoch die hölzernen Einbauten entfernt werden. Ausgetauscht werden müsste zudem der alte Heizkessel von 1976.

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