Kempten
Wo der Fürstabt sein Korn speicherte

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l li l Wie hat sich Kempten seit dem Zweiten Weltkrieg verändert? Im Rahmen dieser Serie stellt die AZ die gute Stube der Stiftsstadt, das Kornhaus vor. Der barocke Bau entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts und diente den Fürstäbten als Speicher für den Korn-Zehnt. Über dem Hauptportal sind noch heute die Wappen des Stifts Kempten mit der Büste von Königin Hildegard und des Fürstabts Rupert von Bodman zu sehen, der von 1678 bis 1728 regierte. Bis ins 20. Jahrhundert hinein diente das Haus als Schranne.

Die erste große Veränderung kam mit dem Einbau des großen Kornhaussaals und des kleinen Saals 1874/76 im ersten Stock. Der Festsaal für Bälle, Vorträge und Konzerte oder Firmen-, Schul- und Familienfeiern wurde noch zweimal umgebaut: 1959 und 1996/98.

Bürgermeister Adolf Horchler gründete 1884 einen Verein zur «Sammlung und Erhaltung der Altertümer von lokal-historischer Bedeutung für Kempten und das Allgäu». Dazu kam 1888 die reiche Stiftung der Brüder Adolf und Martin Leichtle. Mit der Eröffnung der «Ausstellung der römischen Funde» wurde im Juli 1891 ein erster Schritt in Richtung Kemptener Heimatmuseum gemacht. 1911 vermachte der Geologe Dr. Karl Reiser seine Sammlung der Stadt. Sie ist heute im Zumsteinhaus zu sehen. Im Mai 1925 eröffneten Oberbürgermeister Dr. Otto Merkt und Oberstudiendirektor Max Förderreuther das «Allgäuer Heimatmuseum», das 1936 erweitert wurde.

Von 1947 bis in die späten 1980er Jahre war das Haus mit Folterkammer, Zunftstube und Biedermeierzimmer ein beliebter Anziehungspunkt, dann wurde es geschlossen. Nach einer zweijährigen Generalsanierung wurden Kornhaus und «AllgäuMuseum» 1998 wieder eröffnet.

Zum Museum gehört heute eine Gemäldegalerie im Keller. Dort war jahrzehntelang das Winterquartier des Wochenmarkts untergebracht. Heute wechseln die Händler vom Hildegardplatz in die Markthalle.

Preise für Milch und Käse

OB Dr. Otto Merkt gehörte zu den Vätern der 1921 gegründeten Allgäuer Butter- und Käsebörse, die im Börsensaal regelmäßig Preise für Milchprodukte festlegte. 1980 zog die Börse ins Haus der Milchwirtschaft an der Hirnbeinstraße um. Heute tagt die Kommission im Haus der Milch auf dem Bühl.

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