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Wissenschaftlerin und Politikberaterin Dr. Lucia Reisch spricht in Memmingen vor Wirtschaftsvertretern

Dr. Lucia Reisch hält sich nicht lange mit einleitenden Worten auf. Vielmehr stellt sie gleich zu Beginn ihres Vortrags über den in Deutschland beschlossenen Atomausstieg bis 2022 klar: 'Die Energiewende ist kein Selbstläufer. Sie wird auch nicht rein technisch zu bewältigen sein. Dieses Werk kann nur gelingen, wenn es von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam getragen wird.'

Die Wirtschaftswissenschaftlerin ist unter anderem Mitglied der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung, die nach dem Atomunfall in Fukushima von Kanzlerin Angela Merkel im März eingesetzt wurde. Das Gremium soll technische und ethische Aspekte der Kernenergie prüfen und Vorschläge für den Übergang hin zu erneuerbaren Energien erarbeiten. Über die Ergebnisse spricht sie an diesem Abend beim 'Wirtschaftsforum 2011', das von Wirtschaftsorganisationen sowie der Stadt Memmingen und dem Landkreis Unterallgäu in den Räumen der Memminger Brauerei veranstaltet wird.

Nach Reischs Worten hält die Kommission beim Atomausstieg unter anderem folgende Punkte für unerlässlich: 'Neben der Förderung regenerativer Energien ist die Steigerung der Energieeffizienz das Herz aller Szenarien.' So sollte der sparsame und effektive Umgang mit Energie in allen Bereichen oberstes Gebot sein.

Ferner müsse eine Lösung der Speicherproblematik bei Energie gefunden und das Stromleitungsnetz enorm erweitert werden. 'Es werden Trassen von rund 3600 Kilometern benötigt', sagt Reisch und kommt sogleich auf die zu erwartenden Zielkonflikte bei der Energiewende zu sprechen: So müssten die Versorgungssicherheit ebenso wie die Wirtschaftlichkeit und das soziale Gleichgewicht im Auge behalten werden.

In diesem Zusammenhang geht die Wissenschaftlerin auch auf eine Frage aus dem Publikum nach der Entwicklung der Energiepreise ein: 'Das ist ein politischer Preis, den man über Steuern gut regulieren kann.'

Transparenz und Mitsprache

Um die Bürger für die Energiewende zu gewinnen, würden finanzielle Anreize allein nicht ausreichen. Transparenz, Zugang zu Informationen und Mitsprachemöglichkeiten seien hier sehr wichtig: 'Der Bürger will nicht bevormundet werden.' Vor allem aber müsse Neues den Menschen auch auf emotionaler Ebene nahe gebracht werden. 'Denn den rationalen, disziplinierten Verbraucher gibt es nicht', sagt Reisch: '80 Prozent treffen Konsumentscheidungen spontan.

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