Füssen
Wirtschaft ist künftig Chefsache

«Der erste Ansprechpartner ist der Chef - und das ist der Bürgermeister.» Auf diesen Punkt bringt Hauptamtsleiter Andreas Rist eine Neuregelung innerhalb der Verwaltung, die seit gestern in Füssen gilt: Das weite Feld der Wirtschaftsförderung wird ab sofort ausschließlich Bürgermeister Paul Iacob beackern - «das ist jetzt absolute Chefsache», so Rist. Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht, der diese Aufgabe bislang ebenfalls innehatte, soll sich künftig auf die Stadtplanung und -entwicklung konzentrieren.

Wie berichtet, war die auf mehrere Schultern innerhalb der Verwaltung verteilte Wirtschaftsförderung in Füssen zuletzt in die Kritik geraten. Die CSU fordert gar ein eigenständiges Wirtschaftsreferat. Gestern reagierte die Kommune: Ab sofort wird Bürgermeister Iacob diese Aufgabe übernehmen, er ist der erste Ansprechpartner für Anfragen von Unternehmen - auch beim interkommunalen Gewerbegebiet im Füssener Westen, für das bislang Hauptamtsleiter Rist zuständig war.

«Ich nehme diese Aufgabe gerne wahr, zumal mich Kollegen anderer Orte bestärkt haben», sagte Iacob gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Wirtschaftsförderung müsse Chefsache sein. Schon bisher habe er bei Betriebsbesichtigungen den Kontakt zu Unternehmern gepflegt oder Anfragen für Firmenansiedlungen beantwortet. Jetzt wolle er bei allen Anfragen tätig werden und deren Bearbeitung beschleunigen.

Warum nicht schon früher? Seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 habe er sich vorrangig um die Abläufe in der Verwaltung kümmern müssen, so Iacob. Jetzt habe er dank der Unterstützung seines Hauptamtsleiters «alles auf den Weg gebracht» und könne sich den Freiraum nehmen, um sich gezielt um die Wirtschaftsförderung zu kümmern.

Seitens der Amtsleiter werde alles versucht, dem Bürgermeister den Rücken dafür freizuhalten, kündigt Rist an. Vor allzu großer Euphorie hinsichtlich neuer Firmenansiedlungen warnten gestern allerdings Iacob und Rist: In einer globalen Wirtschaftskrise könne man nicht erwarten, dass auswärtige Betriebe Schlange stünden, um sich in Füssen niederzulassen. Vielmehr müsse man sich um heimische Firmen kümmern, die erweitern wollen.

Projekte dulden keinen Aufschub

Durch die Änderung bei der Wirtschaftsförderung soll auch der Stadtbaumeister entlastet werden. Denn Fröchtenicht habe einige Projekte zu bearbeiten, die keinen Aufschub dulden, so Bürgermeister Iacob: Das reiche von der geplanten Kindertagesstätte über einen Bebauungsplan für die Uferstraße in Hopfen am See bis hin zur Aufnahme Füssens in das neue Städtebauförderungs-Programm. (hs)

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