Jonas Opperskalski
Wirkliches Leben wahrer Menschen

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Jonas Opperskalski (24 Jahre) erzählt in seinem Film 'A Journey into the Unknown' einen kurzen Lebensabschnitt einer Roma-Familie, die nach wenigen Monaten Asyl-Aufenthalt in Kaufbeuren freiwillig nach Mazedonien zurückkehrt.

Jonas Opperskalski kommt aus Gutenberg, hat seine Heimat allerdings verlassen um zu studieren – erst Fotografie an der 'Hochschule für angewandte Wissenschaften München', derzeit Fotojournalismus an der 'Danish School of Media and Journalism' in Aarhus, Dänemark.

Ihn fasziniert das 'Visual Storytelling', die Kombination der beiden Schwerpunkte seines Studiums, Fotografie und Bewegtbild, und damit Geschichten auf multimediale Weise zu realisieren. Während eines Praktikums im ARD-Fernsehstudio in Tel Aviv wurde sein Interesse an Dokumentarfilm und Bewegtbild mit journalistischem Inhalt noch gesteigert.

Wahres Leben

Sein Film 'A Journey into the Unknown' wurde kürzlich beim Deutschen Jugendvideo-preis' in der Kategorie 'Unterwegs' mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Es ist Jonas Opperskalskis Abschlussprojekt des ersten Auslandssemesters in Dänemark 'The Language of Photojournalism'. Das Thema dafür durfte er frei wählen. Das zweite Semester in Dänemark steht unter dem Thema 'Advanced Visual Storytelling'.

Aufmerksam auf die Roma-Familie wurde Jonas Opperskalski durch Günter Kamleiter vom Asylkreis Kaufbeuren. Der Kontakt zum Asylkreis Kaufbeuren bestand bereits auf Grund eines früheren Projekts Opperskalskis. Dort war die Familie aus Mazedonien für acht Monate untergekommen. Vater Arif, Mutter Silvana sowie ihre vier Kinder im Alter von sieben bis 15 Jahren verbrachten sechs Monate in Schweden, bevor sie 2010 in ihr Heimatland Mazedonien abgeschoben wurden. Wenige Monate später suchte die Familie Asyl in Deutschland und landete in Kaufbeuren.

Auf Grund der ständigen Furcht vor einer Abschiebung entschied sich die Familie schließlich nach acht Monaten freiwillig nach Mazedonien zurückzukehren. Jonas Opperskalski war an der Geschichte der Familie interessiert und beschloss von Dänemark nach Deutschland zu reisen, um die Familie kennenzulernen. Etwa eine Stunde nach seiner Ankunft brach die Familie auf und trat die Reise nach Mazedonien an.

Jonas Opperskalski entschied sich die Familie zu begleiten. Nach einer über 20-stündigen Busfahrt blieb der Fotojournalist noch über zehn Tage an der Seite der Familie. Während der ganzen Zeit begegnete Opperskalski permanent dem ständigen Begleiter der Roma-Familie: Diskrimination. In ihrer Heimat angekommen leben die sechs Familienmitglieder auf engstem Raum in ärmsten Verhältnissen.

Die Kinder können keine schulische Einrichtung besuchen und Vater Arif hält die Familie mit einfachen Jobs über Wasser. Hunger ist an der Tagesordnung, da das Geld oft nicht für genügend Lebensmittel reicht. Sie werden in ihrem eigenen Land respektlos behandelt, erniedrigt und müssen ständig gewaltsame Übergriffe aus rassistischen Motiven fürchten. Aussichtslosigkeit und die ständige Unsicherheit über die Zukunft hinterlassen Spuren bei jedem Familienmitglied und zerren an den Nerven.

Ausgezeichnet

Der Fotojournalist erfuhr im Internet von dem Deutschen Jugendvideopreis und reichte sein Werk ein. Es landet auf dem dritten Platz in der Rubrik 'Unterwegs'. Bei der Preisverleihung konnte Opperskalski nicht anwesend sein, da er seinen Film auf dem renommierten 'Lumix Festival für jungen Fotojournalismus' in Hannover präsentierte. Dort war er, neben 21 weiteren Multimedia-Projekten weltweit renommierter Fotojournalisten, für den Lumix-Award nominiert.

Zu sehen ist der Film derzeit leider noch nicht, allerdings ist eine Präsentation im Herbst dieses Jahres in Kaufbeuren geplant. Der Fotojournalist ist ständig auf der Suche nach interessanten Themen und Geschichten. Gerade ist er aus der türksich-syrischen Grenzregion zurückgekehrt. Dort arbeitete er mit Flüchtlingen und Rebellen aus Syrien. Die Reportagestrecke wird in der nächsten Ausgabe eines renommierten deutschen Magazins veröffentlicht.

Weitere Projekte sind bereits in Planung – mögliche Stationen sind für Jonas Opperskalski die Türkei, Israel oder auch Italien. Verbunden mit seiner Heimat bleibt er jedoch immer, versichert er im Interview. 'Ich komme immer wieder in mein Heimatdorf zurück. Viele meiner Projekte sind hier geboren. Zudem denke ich, dass es wichtig ist sich seiner Herkunft bewusst zu sein, um herauszufinden, was man will und um seinen 'Protagonisten' gegenüber ehrlich zu sein und zu bleiben.

Immer wieder werde ich zurückkehren, um in einer Umgebung zu leben und zu arbeiten, welche ich am Besten kenne', so Opperskalski. Seine Zukunft sieht er weiter in der Kombination von Fotografie, Bewegtbild und visuellen Elementen. Der Schwerpunkt liege aber nicht auf technischen Aspekten, sondern auf inhaltlichen, betont er. Ihm liegt die Erforschung und Dokumentation wirklichen Lebens wahrer Menschen am Herzen.

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