Immenstadt
«Wir wollen kräftig mitreden»

Die Gewerkschaften in Europa haben jetzt eine «historische» Chance, «ein kräftiges Lebenszeichen» zu geben. Manuela Auer, Geschäftsführerin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) Vorarlberg, forderte auf dem Neujahrsempfang des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Immenstadt die Beschäftigtenvertretungen zu einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf. Die Wirtschaftskrise, ausgehend von der Finanzkrise, habe plötzlich zu einer neuen Diskussion geführt: Die Rede ist von einer Rückkehr von Betrieben in die öffentliche Hand, milliardenschwere Hilfspakete werden geschnürt. Nun öffne sich für kurze Zeit ein «Reformfenster».

«Nur wenn wir uns auf europäischer Ebene einmischen, haben wir eine Chance für Mitsprache», rief Auer den Gästen zu. Die Gewerkschaften wollten «ein kräftiges Wort mitreden», wenn es um die Frage ginge, wie die Unterstützungsgelder vergeben werden. «Das ist unser Geld!», so die ÖGB-Vertreterin. Sie erinnerte daran, dass die «Verteilungsfrage» die Gewerkschaften seit jeher begleitet habe. Die wirtschaftliche Schieflage hat nach Ansicht Auers auch dazu geführt, dass die Gewerkschaften lange nicht mehr so viel Zulauf hatten wie in den letzten Monaten.

Manuela Auer, neben ihrem Engagement für den ÖGB auch Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Vorarlberg, erklärte den deutschen Zuhörern auch kurz das «doppelte» System der Arbeitnehmervertretung in Österreich. Die Arbeiterkammer sei eine Tochter der Gewerkschaft, in der jeder unselbstständig Beschäftigte Pflichtmitglied sei. Die Kammer habe dank ihrer zahlreichen Experten für Arbeits- und Sozialrecht eine hohe Kompetenz, und «jede Regierung in Österreich hat Respekt und Angst vor der Arbeiterkammer».

«Wir sind auf gleicher Wellenlänge», bestätigte danach Werner Gloning, Vorsitzender der DGB-Region Allgäu-Donau-Iller. «Wir brauchen eine Kontrolle der wirtschaftlichen Macht», bekräftigte er. Darüber hinaus gehe es darum, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Der Gewerkschafter präsentierte auch eine Lösung: «Wir brauchen massive gezielte öffentliche Investitionen.

» Alle Stadt- und Gemeinderäte sollten genau hinsehen, ob sich nicht Investitionen vorziehen ließen, «weil wir jetzt die Arbeitsplätze brauchen». Außerdem schlug Gloning vor, sollten Zeiten der Kurzarbeit für eine Qualifizierung der Mitarbeiter genutzt werden. Zum Schluss versprach der Regionsvorsitzende, dass sich die Gewerkschaften im «Superwahljahr» mit Europa- und Bundestagswahlen «ganz massiv einmischen» werden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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