Memmingen
«Wir warten ab»

Hätten die Memminger Kommunalpolitiker einen Wunsch frei, würden sie wohl nicht lange überlegen. Die gute Fee müsste dafür sorgen, dass sie Gedanken lesen können. Und zwar die Gedanken von Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger. Dann wäre das Geheimnis gelüftet, ob der Amtsinhaber bei der diesjährigen OB-Wahl nochmals antritt. Holzingers Entscheidung hat großen Einfluss auf die Wahlvorbereitungen der Konkurrenz.

Da wäre zum Beispiel Josef Miller, Kreischef der CSU. Auf die Frage, wie weit die Kandidaten-Suche schon gediehen sei, antwortet er: «Wir warten ab, was der OB macht. Es ist entscheidend, ob er nochmals kandidiert.» Denn danach werde die Partei ihren Wahlkampf ausrichten. Es gibt Spekulationen, wonach die CSU intensiver nach dem besten Bewerber fahndet, wenn Holzinger nicht mehr antritt. Denn dann würden die Karten neu gemischt und die Chance, den Oberbürgermeister-Sessel nach Jahrzehnten zurückzuerobern, sich wohl vergrößern.

«Wenn der amtierende OB antritt, wird er wohl wiedergewählt», glaubt Helmut Börner von den Freien Wählern (FW). Andernfalls eröffneten sich neue Perspektiven, so der Dritte Bürgermeister. Ziel der FW sei es, im OB-Wahlkampf präsent zu sein. «Das kann auch durch die Unterstützung eines anderen Kandidaten geschehen.»

ÖDP-Fraktionschef Professor Dieter Buchberger hat zumindest in einem Punkt eine klare Vorstellung: Holzinger würden die Ökodemokraten im Falle einer Kandidatur nicht unterstützen. Der OB wische Forderungen vom Tisch, ohne die Machbarkeit überhaupt zu prüfen, moniert Buchberger. «Das schmeckt uns nicht.» Grundsätzlich sei es aber durchaus denkbar, dass die ÖDP den Bewerber einer anderen Partei unterstützt.

«Nicht kandidieren um des Kandidierens willen» lautet auch die Devise des CRB-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Courage. «Wenn Holzinger kandidiert, werden wir aus heutiger Sicht niemanden ins Rennen schicken.» Er plädiere aber dafür, dass der CRB einen Bewerber unterstützt. In diese Richtung denkt auch Kreissprecher Wolfgang Weiss von den Grünen. Wobei es der Partei am liebsten wäre, wenn sie sich für eine Frau aussprechen könnte. Schließlich seien die Grünen für Gleichberechtigung.

«Unbedingt ein neues Gesicht im Rathaus», lautet die Zielsetzung bei der FDP (wir berichteten). Die Marschroute haben aber auch die Freien Demokraten noch nicht festgelegt. Möglicherweise werden sie einen eigenen Kandidaten benennen.

Plan A und Plan B

Die Frage nach Holzingers Plänen lässt sich auch bei seinen Parteifreunden von der SPD nicht klären. «Er hat sich uns gegenüber nicht geäußert», beteuert Ortsvorsitzender Rolf Spitz. Man habe aber einen Plan A und einen Plan B. Wie berichtet, ist der OB auch als Präsident des Sparkassen-Verbandes im Gespräch. Die Entscheidung über eine Kandidatur fällt hier spätestens am 9.Februar.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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