Memmingen
«Wir nehmen Schüler an die Hand»

Als Schüler Christian Depprich vom Angebot der «Berufseinstiegsbegleitung» erfahren hatte, war sofort klar: «Da möchte ich mitmachen.» Bei dem Projekt des Kolping-Bildungswerks im Auftrag der Memminger Arbeitsagentur werden Acht- und Neuntklässler der Bismarck- und der Lindenschule bei der Berufswahl unterstützt.

«Wir nehmen die Schüler an die Hand, um eine passende Lehrstelle für sie zu finden», sagt Ausbilderin Gerda Schultheiß. Denn oftmals brauchen die Jugendlichen laut Thomas Geyer vom Kolping-Bildungszentrum nur einen letzten Anstoß. Für die Maßnahme können sich die Jugendlichen freiwillig melden. Die Schule und ein Berufsberater der Agentur für Arbeit suchen schließlich die Schüler aus. «Denn leider haben wir nur begrenzte Plätze zur Verfügung», fügt Schultheiß hinzu. Sie erklärt: «Während der zweieinhalbjährigen Betreuungsphase kommen die Schüler bei Bedarf auf uns zu, um einen Termin zu vereinbaren. Hierfür haben wir in beiden Hauptschulen ein Gesprächszimmer eingerichtet.»

Ein wichtiger Teil des Angebots seien außerdem Unternehmensbesichtigungen und Praktika. Dadurch fand auch Christian Depprich zu seinem Traumberuf. Eigentlich wollte er Elektroniker werden, doch über eine Schnupperwoche als Fachverkäufer kam er schließlich zu einem Praktikum in einer Bäckerei. Zwei Monate lang verbrachte er einmal pro Woche einen Nachmittag in der Backstube. Mit Erfolg: «Ich habe gute Chancen, dort einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Mein Chef hat mich sehr gut bewertet», so der 15-Jährige. Auch Klassenkameradin Pervin Öztürk profitierte von der Maßnahme. «Ich wusste nicht, in welche Richtung ich mich bewerben soll», erzählt die 16-Jährige. Nach verschiedenen Praktika sei ihr nun klar, dass sie sich mit Kindern beschäftigen möchte: «Vielleicht Kinderpflegerin.»

«Bessere schulische Leistungen»

«Durch solche Berufsziele werden schulische Leistungen verbessert», sagt Eberhard Koch, Leiter der Memminger Bismarckschule. «Außerdem werden unsere Lehrkräfte durch das Angebot entlastet und unterstützt.» Neben der Berufsfindung gibt es für die Schüler laut Diplom-Pädagogin Natalia Schartner noch weitere Angebote: «Wir helfen beim Hauptschulabschluss und beim Bewerbungen schreiben, geben Nachhilfe, trainieren Bewerbungsgespräche und betreuen die Jugendlichen an ihrem Ausbildungsplatz. Wir sind einfach ein Ansprechpartner.»

Die individuelle Betreuung sei das Erfolgsrezept. Sie hoffe nun, dass durch das Projekt die Quote der Ausbildungsabbrecher sinkt, so Schartner.

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