Füssen / Ostallgäu
«Wir machen uns keine Sorgen»

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) ist seit vielen Jahren eine Überprüfungsinstanz für Seniorenheime. Neu ist jedoch inzwischen der im Rahmen der Pflegereform eingeführte «Pflege-TÜV» (siehe Infokasten). Konkret bedeutet das für die Pflegeheime, dass sie nun in einzelnen Bereichen intensiv begutachtet und benotet werden. Die Bewertungen sind anschließend im Internet abrufbar. Die Kontrollen des MDK finden unangekündigt statt. Benotet wird jedes Seniorenheim in Deutschland.

Ist dies ein Grund zur Beunruhigung für die Heime im Füssener Land? «Der Respekt vor diesen Kontrollen ist groß», sagt etwa Matthias Stroeher, Leiter des Heilig-Geist-Bürgerspitals (34 Bewohner) sowie des Seniorenheims St. Michael (rund 120 Bewohner) in Füssen - beide Heime waren bisher noch nicht an der Reihe. «Wenn die Leute vom MDK morgens plötzlich vor der Tür stehen, ist die Aufregung natürlich groß. Es ist eine angespannte Situation, schließlich nehmen wir die Benotung sehr ernst», weiß Stroeher aus Erfahrung.

Man müsse sich durchaus auf diese Termine vorbereiten - so würden die Mitarbeiter aufgeklärt und «darauf geachtet, dass wirklich alle Dokumente lückenlos sind.» Überhaupt ist die Dokumentation laut Stroeher ein heikles Thema. Denn hier gäbe es ein Zeitproblem, zudem seien nicht alle Mitarbeiter ausreichend für diese Aufgabe qualifiziert.

«Die Gesetzgeber haben hier zu hohe Ansprüche - wenn einmal etwas nicht dokumentiert wird, nimmt der MDK sofort automatisch an, dass nichts getan wurde. So ist das aber nicht», erinnert er an eine ungerechte Bewertung, die auf diese Weise in so manchem Haus zustande gekommen sei. Die Senioren würden in jedem Fall «gut und ausreichend versorgt», betont der Heimleiter.

Dem neuen «Pflege-TÜV» steht Stroeher grundsätzlich positiv gegenüber: Dadurch, dass die Kontrolle so intensiviert werde - statt bisher etwa drei Kontrolleuren seien es nun rund zehn Fachleute - wachse bei ihm die Hoffnung auf eine gerechtere Bewertung.

Wertvolle Rückmeldungen

Zudem lerne man dabei auch viel: «Man bekommt wertvolle Rückmeldungen, wo man sich noch verbessern könnte», so Stroeher. Von Kollegen, die bereits Besuch vom Pflege-TÜV hatten, weiß er ungefähr, wie die Kontrolle ablaufen wird: «Wie in den vergangenen Jahren werden die Prüfer einzelne Heimbewohner genauer unter die Lupe nehmen und schauen, ob sie etwa unterernährt sind oder Wunden haben.» Zudem würden Bereiche wie Hygiene, Dienstpläne und medizinische Versorgung geprüft.

Gelassen steht man der Prüfung im Curanum Alpenpark Pfronten mit seinen derzeit 65 Bewohnern gegenüber, wie die stellvertretende Pflegedienstleiterin Kathrin Wuchterl erläutert: «Wenn man alles richtig macht, braucht man sich keine Sorgen zu machen.»

Noch keine Resultate

Die ersten Resultate werden erst veröffentlicht, wenn der MDK 20 Prozent der Einrichtungen geprüft hat. Bei rund 3500 Heimen in Bayern kann es etwa neun Monate dauern, bis die Daten im Internet stehen.

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