Marktoberdorf / Ostallgäu
«Wir geben Steuersenkung an Gäste weiter»

So manch gute Nachricht bringt das neue Jahr für die Steuerzahler: Seit 1. Januar gilt ein niedrigerer Mehrwertsteuersatz für sogenannte Beherbergungsleistungen. Sprich wer in einem Hotel übernachtet, muss nur noch sieben statt der bisherigen 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen. Wie aber halten es die Hoteliers in Marktoberdorf und Umgebung mit der Senkung? Haben auch ihre Gäste etwas davon? Die Allgäuer Zeitung hat sich umgehört.

Mehr Spielraum für Investitionen

«Die Hoteliers geben die Senkung der Mehrwertsteuer auf alle Fälle an ihre Gäste weiter», versicherte Wolfgang Sommer. Laut dem Kreisvorsitzenden des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (BHG) im Ostallgäu haben Hotelbesitzer dank des ermäßigten Steuersatzes Spielraum für Investitionen. Beispielsweise in die Qualität der Ausstattung oder für Zusatzleistungen. Sommer zufolge bekommt der Gast seines Landhauses in Füssen die KönigsCard obendrauf, mit der er kostenlos Bergbahnen in der Umgebung nutzen kann: «Dafür haben wir eine sechsstellige Summe investiert.» Schließlich müssten Hoteliers ihren Kunden, die übrigens besonders viel Wert auf guten Komfort legten, einen Mehrwert bieten.

«Damit sich unser Gast noch wohler fühlt, machen wir unser Hotel für ihn noch attraktiver», unterstreicht Alfred Burger vom Hotel St. Martin in Marktoberdorf. Mit dem Geld aus der Mehrwertsteuer-Senkung würden Zimmer modernisiert, Röhren-Fernseher durch Flachbildschirme ausgetauscht oder ein Internet-Anschluss angeboten. Zudem will Burger die Preise für die Übernachtungen etwas senken.

Ob das auch Ludwig Blochum vom Marktoberdorfer Hotel «Hirsch» tun wird, hängt davon ab, «ob wir nach der Planung unseres Investitionsbedarfs noch Luft haben». Derzeit steckt er viel Geld in die Ausstattung seines Hotels, ebenfalls um die Qualität zu verbessern. Blochum: «Unsere Fremdenzimmer haben wir zuletzt vor 23 Jahren umgebaut. Bislang mussten wir solche Investitionen zurückhalten - dank des ermäßigten Steuersatzes ist das nun aber möglich.»

«Auf einer Wettbewerbs-Ebene»

Deswegen seien auch, so der BHG-Kreisvorsitzende Sommer, deutsche Hoteliers «wieder einigermaßen auf einer Wettbewerbs-Ebene mit dem europäischen Ausland» - obwohl es weiterhin einige Gebühren gebe, womit der deutsche Hotelbesitzer mehr belastet werde. Als Beispiel nennt Sommer die Medien-Abgabe: «Bei uns ist diese Belastung doppelt so hoch wie in Frankreich, das in der Statistik auf Rang zwei liegt.»

Einige Hoteliers wollten sich nicht äußern: «Das ist ein heikles Thema, dazu will ich nichts sagen.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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