Buchloe
«Wir bieten Heimat und Orientierung»

Es ist zweifellos ein besonderes Jubiläum, das der Stadt Buchloe am Wochenende ins Haus steht. Und das nicht nur, weil der Jubilar fast doppelt so alt ist, wie die Stadt selbst. Mit der Kolpingsfamilie Buchloe feiert eine Einrichtung ihr 100. Jubiläum, die die Geschichte der Gennachstadt auf einzigartige Weise begleitete und bereicherte. Mit einer Festwoche (siehe Info-Kasten) wird der runde Geburtstag nun begangen Als Benefiziat Fleischmann am 13. Juni 1909 zur Gründungsversammlung eines Katholischen Gesellenvereins - den Namen Kolpingsfamilie gab sich die Gemeinschaft erst Mitte der 30er Jahre - lud, stand damals die geistige Weiterbildung der Mitglieder im Mittelpunkt. Geschichtliche Referate, Reisebeschreibungen oder politische Themen, aber auch die berufliche Fortbildung fanden in den regelmäßigen Treffen ihren Platz. Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen auch Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sich wöchentlich unter dem Dach der Familie zu treffen - der erste Schritt zu Jungkolping war getan. In Geduld üben mussten sich hingegen die Mädchen. Erst 1974 beschlossen die Mitglieder die Aufnahme einer Mädchengruppe in das Buchloer Werk. «Voraussetzung ist aber, dass getrennte Gruppenstunden abgehalten werden», ist im damaligen Protokoll vermerkt. In den 70er Jahren begann die Kolpingsfamilie schließlich ihr heutiges Bild auszuprägen. Theaterspiele, Faschings- und Familienabende religiöse Vorträge und Bergmessen gehören seither zum festen Programm.

Über 400 Mitglieder

Heute vereint die Kolpingsfamilie Buchloe über 400 Mitglieder. Ihr Betätigungsfeld ist im 21. Jahrhundert «selbstverständlich nicht mehr das Gleiche wie vor 100 Jahren», betont Vorsitzende Rosalia Walter. «Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist», gab einst Adolph Kolping seinen Anhängern mit auf den Weg. Ganz in diesem Sinne habe sich die Kolpingsfamilie in ihrem Angebot immer den gesellschaftlichen Bedürfnissen der Menschen angepasst, erklärt Walter. Durch zielgruppenorientierte Angebote sprach man ab Mitte der 80er Jahre besonders junge Familien und Senioren an. Im Jahr 1992 folgte die Gründung der ersten Mutter-Kind-Spielgruppe und der ersten Frauengruppe.

«Zeichen der Zeit erkennen»

Dass die Kolpingsfamilie die Zeichen der Zeit erkennt und mit ihrem Konzept gut fährt, zeigten die seit Jahren - auch bei den jüngeren Zielgruppen - «relativ konstanten» Mitgliederzahlen, sagt Walter. Einen wesentlichen Grund für den Erfolg sieht sie in der Generationen übergreifenden Arbeit der Kolpingsfamilie. So sei das jüngste Mitglied der Theatergruppe 15, das älteste 60 Jahre alt. «Es gibt viel zugezogene Familien, die bei uns Anschluss und Halt finden», erklärt Walter weiter.

Der Zukunft des Kolpingwerkes sieht sie daher gelassen entgegen. «Die Vereinsamung der Menschen in unserer Gesellschaft wird meiner Meinung nach immer größer werden. Mit unseren Werten und Grundeinstellungen bieten wir Heimat und Orientierung und leisten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.»

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