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Winterfest Lindenberg: Vom Schneequader zum Kunstwerk

'Wir haben die 1000er-Marke mit Sicherheit geknackt. Ich schätze, dass über den gesamten Tag verteilt knapp 1200 Menschen im Stadtpark mit uns gefeiert haben.' Auch weit nach 17 Uhr steht City-Manager Bernd Mathieu noch im von Holzfackeln beleuchteten Stadtpark und freut sich über die vielen Besucher, die trotz leichter Minusgrade die sechs aus Schnee geformten Skulpturen der Künstlerteams sowie die 37 Schneemänner der Jedermann-Wertung bewundern. Viele Zuschauer nutzten zuvor auch den von zahlreichen Einzelhändlern angebotenen, langen Einkaufssamstag.

Auch wenn die Kälte langsam die Beine hochkriecht und daheim die Sportschau mit den aktuellen Fußballergebnissen lockt, wollen zahlreiche Lindenberger das vom City-Management und der Leistungsgemeinschaft veranstaltete 3. Winterfest nicht so einfach zu Ende gehen lassen. Immerhin lässt es die Guggenmusik Wuchzenhofen musikalisch noch ordentlich krachen und auch die von der Käserei Baldauf gesponserte Siegerskulptur (sie erhielt etwa die Hälfte der abgegebenen 327 Stimmen) 'Melkerin mit Kuh' ist noch dicht von Schaulustigen umlagert.

Etliche Stunden Arbeit und Vorbereitung haben die beiden Steinbildhauer Frank Bergmann (Röthenbach) und Sebastian Müller (Oberstaufen) in ihr monumentales Werk investiert, wobei aber nicht nur Frank Bergmann Probleme mit dem Schnee hatte: 'Das Formen der groben Umrisse geht gerade noch, aber wenn es um die Feinheiten im Gesicht geht, lassen sich keine Einzelheiten mehr herausarbeiten.' Auch Steinmetz Günther Schrade aus Maierhöfen kämpft schon am Vormittag mit den Tücken des Materials. 'Zu nass und zu körnig', so sein Fazit. Er will im Lauf des Tages versuchen, mit einer Gasflamme die Oberfläche seiner von der Sparkasse gesponserten Skulptur 'Tresor mit Sparschwein' zu veredeln. Ein Vorhaben, das letztlich gelingt, denn am Ende winkt ihm der 2.

Platz; noch vor Pablo und Gabriel Garcia (Weiler) mit ihrer 'Dinosaurier-Rutsche'.

Während um die Mittagszeit auf der Skulpturenfläche von den Profis unablässig an den Schneequadern geschnitten, gehauen und gekratzt wird, machen sich auf der Nachbarwiese Fidelis, Johannes, Annika und Lea daran, ihre Plastik für den Jedermann-Wettbewerb zu formen. Im Gegensatz zu den Steinmetzen sind die vier Kids mit der Schneequalität zufrieden, wie Johannes feststellt: 'Frisch gefallen und super pappig.' Am Ende reicht es aber nicht ganz für Platz 1, denn Elena Vögel (9) und ihre Schwester Chiara (12) aus Lindenberg haben mit ihrem 'Schneepärchen' die Juroren noch mehr überzeugt.

Bei den Gewerbetreibenden ist heuer die Bereitschaft, einen Schneemann vor dem Geschäft zu platzieren nicht ganz so groß wie im Vorjahr. Waren es 2011 noch zwölf teilnehmende Einzelhändler, so sind diesmal nur acht Skulpturen von der Jury (Hutkönigin Anna-Benedicta Walser, Sabine Berthele von der WEST, Kommunikations-Designer Karsten Mezger) zu bewerten. Die Nase vorne hat dabei die 'Europäische Schuldenuhr' von Uhren Stegherr, deren Zeiger auf fünf nach zwölf stehen.

Winterfest im Fernsehen

Auch das Bayerische Fernsehen fängt heuer die Stimmung vor Ort ein, da laut Redakteurin Kerstin Nagel der Winter ja nicht nur aus Sportveranstaltungen bestehe: 'Wir wollen hier die künstlerische, spaßige Freude am Schnee darstellen.' Zu sehen ist der Beitrag am Freitag, 3. Februar, um 15.30 Uhr in der Sendung 'Wir in Bayern' im Regionalfernsehen.

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