Winterfest im Sattel

Germaringen | ofr | Winterfest zeigten sich beim traditionellen Wendelinsritt in Obergermaringen nicht nur die Reiter, sondern auch die Besucher. Trotz leichten Schneefalls säumten am gestrigen Sonntag gut 600 Zuschauer die Straßen beim Festzug zu Ehren des Heiligen Wendelins. Mit dem 'Wendelritt', der alle zwei Jahre zur Erntedank-Zeit stattfindet, wird eine uralte Tradition aufrechterhalten. Der Schutzpatron der Knechte und Bauern wird in Germaringen und den Dörfern der Gegend seit dem frühen Mittelalter verehrt. Der Heilige soll im 6. Jahrhundert als Knecht gearbeitet haben, bevor er in der Gegend von Trier als Missionar den katholischen Glauben verbreitete.

Einer der Höhepunkt der vergangenen Jahre, die Pferdesegnung auf der Wachter-Wiese durch den Germaringer Ortspfarrer Dr. Joachim Gaida, war diesmal allerdings rasch erledigt: Viele der gemeldeten Freizeitreiter hatten angesichts der schlechten Wetterbedingungen auf eine Teilnahme verzichtet. Den Verdacht, 'ihr Pfarrer könnte den direkten Draht nach oben verloren haben, weil es schneit', wies der Geistliche vor der Segnungsfeier aber lachend von sich.

Härter im Nehmen als die Hobbyreiter waren die zahlreichen Festzugteilnehmer: Die Besatzungen der prächtig geschmückten Festwagen, die beiden Musikkapellen aus Ketterschwang und Germaringen, die Fahnenabordnungen der Vereine, die Burschen und Mädchen auf ihren Ponys, die Vertreter der Kirche - und die Politiker: Nach der Begrüßung durch Gerald Kuscha, dem Vorsitzenden des Theater- und Brauchtumsvereins 'St. Wendelin', ging sowohl Landtagsabgeordnete Angelika Schorer als auch Landrat Johann Fleschhut auf die wichtige Rolle des Brauchtums für die Gemeinschaft ein. Die Verehrung des Schutzheiligen für die Landwirtschaft, betonte Fleschhut, stehe heute aber auch für einen 'verantwortungsbewussten und zukunftsorientierten Umgang mit der Natur'.

Als Schirmherr des Wendelinsrittes freute sich Bürgermeister Kaspar Rager, dass auch beim Kunsthandwerkermarkt vor und in der Germaringer Schule Brauchtum und Tradition im Vordergrund standen.

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