Winterdienst testet neue Technik - Andere Streumittel

Der Computer zeigt, wer wo gerade räumt Von Stefanie Heckel Kempten Räumen, streuen, salzen - so kennen die meisten den Winterdienst. Seit kurzem nutzt der Betriebshof aber nicht mehr nur Fahrzeuge, Schaufeln und Salz bei seiner Arbeit, sondern auch Satellitentechnik. Wie das geht? Ganz einfach: In der Stadt läuft seit wenigen Monaten ein Versuch, für den zwei Fahrzeuge mit dem satellitengestützten Navigationssystem 'GPS' ausgestattet wurden. Damit kann nicht nur der Weg der Räumfahrzeuge fast zeitgleich im Betriebshof am Computer verfolgt werden, sondern auch Salzverbrauch und der Einsatz der Räumschaufel werden dokumentiert.

Dass beim Winterdienst die Zukunft begonnen hat, erläuterte Betriebshofleiter Uwe Gail am Mittwochabend im Umweltausschuss des Stadtrats. Anlass für den Bericht waren die Anfragen der Stadträte Michael Hofer (ÖDP) und Eduard Bühler (Grüne) gewesen, die sich Informationen über den Winterdienst gewünscht hatten.

So erläuterte Gail, dass in diesem Winter erstmals das Navigationssystem eingesetzt werde. Und zwar mit gutem Grund: Immer wieder nämlich müsse sich die Stadt juristisch mit Bürgern auseinandersetzen, die Schäden an ihren Autos dem Winterdienst in die Schuhe schieben wollen. 'In den meisten Fällen kann man das zwar zurückweisen - aber durch das GPS können wir künftig leichter beweisen, wer wann und wo im Einsatz war und was er dabei gemacht hat', so der Betriebshofleiter. Denn das System überträgt die Daten aus den Fahrzeugen in die Rechner des Betriebshofs. Dort erscheinen die Strecken als farbige Linien auf digitalen Straßenkarten, registriert werden zudem die Uhrzeit und ob der Mitarbeiter gerade Salz streut oder beispielsweise nur räumt.

Die ausführliche Dokumentation könnte einen weiteren Vorteil mit sich bringen. 'Wir hoffen, unsere Einsätze dadurch besser koordinieren zu können', meint Gail und konkretisiert: 'Beispielsweise kann man so über eine längere Zeiträume die Arbeit in den Bezirken beobachten und sehen, ob man beispielsweise etwas verändern muss.' Großflächige Betrachtungen der Winterdienstarbeit sind derzeit nämlich noch ein teures Unterfangen - muss doch eigens ein zweiter Mitarbeiter im Fahrzeug mitfahren.

Doch es gibt noch mehr Veränderungen beim Winterdienst: So werden heuer erstmals neue Streumittel eingesetzt - es handelt sich dabei um den so genannten 'Bläh-Schiefer'. Anstelle von Splitt wird er auf Gehwege und in Grünanlagen gestreut - Vorteil ist ein geringeres Gewicht gegenüber normalem Riesel. Nicht nur den Betriebshof-Mitarbeitern fällt dadurch die Arbeiter leichter, sondern bei der Entsorgung fallen wegen des geringeren Gewichts auch noch weniger Kosten an.

Dazu kommt, dass der Schiefer in Schnee und Matsch nicht so schnell einsinkt wie Splitt und deshalb effektiver ist. Ansonsten - so zog Gail Bilanz - hat der milde Winter der Stadt Geld gespart. Der Salzverbrauch ist beispielsweise viel geringer als in den vergangenen Jahren, erklärte er zur entsprechenden Anfrage der Stadträte. Allerdings: 'Nur weil kein Schnee liegt, heißt das nicht, dass wir nicht streuen müssen.' Denn trotz Schneemangels seien die Mitarbeiter heuer oft in Sachen Straßenglätte unterwegs - auf insgesamt 45 Touren im Stadtgebiet.

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