Ronsberg
Windrad-Gegner überstimmt

ine Konzentrationsfläche für Windenergieanlagen wurde im Flächennutzungsplan der Gemeinde Ronsberg bereits 2006 südlich des Ortsteils Zadels ausgewiesen. In der jüngsten Ratssitzung erläuterte ein Vertreter der Windenergie-Verwaltungs-GmbH Vogelsang nun die Absicht seiner Firma, auf dem ausgewiesenen Areal eine Windkraftanlage zu errichten.

Dort könnte eine Großanlage von über 150 Metern Höhe erstellt werden, die 4,3 Millionen Kilowatt im Jahr erbringen würde. Allerdings wurde vorgeschlagen, stattdessen zwei kleinere Windräder von knapp 100 Metern Gesamthöhe aufzustellen. Diese würden zwar nur etwa drei Millionen Kilowatt einfahren, die Belastungen durch Geräusche und Schattenwurf seien dafür aber für die in rund 800 Metern Entfernung wohnenden Anlieger geringer.

Zu diesem Plan gab es aber doch einige kritische Stimmen im Gemeinderat, auch wenn diesen Gemeindeparlamentariern bewusst war, letzten Endes einen Bau nicht verhindern zu können. Sie störte, dass schon sechs solche Windräder den Gegenhang bei Schochen und weitere in der näheren Umgebung die Landschaft «zierten».

Mit weiteren zwei Windrädern in Ronsberg würden sich die Industrieanlagen in der freien Natur immer weiter ausbreiten, bemängelten sie.

Umweltaktivist Günter Eberlein sagte, er sei zwar nicht generell gegen Windkraft, aber Erholungsgebiete, wie das Allgäu, sollten von solchen technischen Einrichtungen verschont bleiben. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass die Geräuschbelästigung bei ungünstigen Witterungsverhältnissen noch in 3,5 Kilometern zu hören sei.

«Wir brauchen Landschaftsressourcen in unserer technisch überladenen Welt», betonte Eberlein. Es gäbe, wie zuvor Marktrat Andreas Holderried schon anführte, noch andere alternative Energiegewinnungsmaßnahmen, die genutzt werden könnten. Er befürchte, dass es wie in Ottobeuren gehe: In Ollarzried war es zunächst ein Windrad, heute seien daraus sechs geworden.

Demnächst Ortstermin

Während sich Holderried und Ullrich Baur ganz gegen die Errichtung von Windrädern auf Ronsberger Flur aussprachen, stimmten die anderen Ratsmitglieder trotz mancher Einwände dem Beschlussvorschlag des Bürgermeisters zu. Danach werden demnächst sowohl die Konzentrationsfläche als auch Windräder in der für dieses Areal vorgesehenen Größe angeschaut. Gleichzeitig wird mit der Baugenehmigungsbehörde am Landratsamt Kontakt aufgenommen, um über einen eventuell für diese Fläche notwendigen Bebauungsplan beraten zu können.

Die Ausweisung des Konzentrationsgebietes im Regionalplan als Vorranggebiet, wie vom Planungsverband Allgäu vorgesehen, wurde abgelehnt. Dagegen ergaben sich beim Teilfortschreibungsentwurf des Landesentwicklungsprogramms Bayern, der den zivilen Luftverkehr betrifft, keine Einwände.

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