Buchenberg
Windkraftgegner machen in Buchenberg mobil

Nach Betzigau machen die Windkraftgegner jetzt auch in Buchenberg mobil. «Keine Zerstörung unseres Lebensraumes durch Windkraftanlagen», forderten sie bei einer Info-Veranstaltung der neu gegründeten Ortsgruppe «ILKA» (Initiative Landschaftsschutz Kemptener Wald und Allgäu). Unter die 200 Zuhörer hatten sich auch etliche Befürworter der Windenergie gemischt. Sie lieferten sich teils emotionale verbale Gefechte mit den Gegnern (siehe eigener Bericht).

Vor Panikmache warnte indes Bürgermeister Toni Barth. Nicht von der Hand zu weisen sei, dass Geld «in diesem Geschäft» eine wichtige Rolle spiele. Keinesfalls jedoch dürften die Diskussionen zu «Lagerbildung und Kriegsschauplätzen» in der Gemeinde führen.

«Wir haben eine einmalige Gegend. Wir wollen hier keine Windräder», erklärte Werner Sponsel, Mitbegründer der Ortsgruppe. Die ILKA protestiere gegen zahlreiche geplante Windkraftgiganten im Oberallgäu. Diese würden die Charakteristik und Schönheit markanter Höhenzüge unwiederbringlich zerstören.

Deutliche Rückendeckung hätten die Windkraftgegner jetzt aus München erhalten, erklärte der Betzigauer ILKA-Vorsitzende Dr. Wilfried Haesen. So räume das Bayerische Wirtschaftsministerium in einem aktuellen Schreiben dem Landschaftsschutz hohen Stellenwert ein.

Deutschland sei mit einem 30-prozentigen Anteil Weltmeister in Sachen Windkraft, betonte der Buchenberger Diplom-Volkswirt Maximilian von Ehrlich. Die Dichte der 180 Meter hohen Anlagen sei zurückzuführen auf das hohe Fördervolumen von 2,7 Milliarden Euro. Freilich zahle indirekt der Stromkunde die Rendite für die Investoren.

Von einer «ästhetischen Verunstaltung» durch die Windkraftgiganten sprach Prof. Dr. Werner Nohl. Die Gesetzgebung sei hinsichtlich der Schutzwürdigkeit von Landschaften wenig konkret und werde daher von den Behörden willkürlich ausgelegt.

Einschränkungen im Tourismus?

Sollten sich Windräder im Kürnacher Wald, im Kemptener Wald oder am Eschacher Weiher durchsetzen, dann müssten die betreffenden Gebiete mit deutlichen Einschränkungen im Tourismus rechnen. Dieses düstere Bild zeichnete Prof. Dr. Walter Stelzle. Eine groß angelegte Gästeumfrage habe ergeben, dass ein Drittel aller Befragten die Schönheit und unverfälschte Natur des Allgäus an erste Stelle setzen. Stelzle: «Bisher finden die Urlauber genau das vor, was sie suchen - eine unvergleichlich schöne, intakte Landschaft.»

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