Ronsberg
Windkraftanlage: «Haben Schutz der Bürger im Auge»

Auch in der Gemarkung Ronsbergs könnte bald eine Windkraftanlage zum Stehen kommen. So sorgte die unverbindliche Anfrage eines privaten Investors beim Marktrat Ronsberg zur eventuellen Errichtung von zwei Windrädern westlich von Ronsberg für Aufregung bei einigen Anliegern. Die Mitglieder des Marktrates nahmen daher mit Bürgermeister Gerhard Kraus das im Flächennutzungsplan vorgesehene Areal in Augenschein und ließen dort einen Wetterballon 100 Meter hoch steigen, um zu erkunden, wie weit aus verschiedenen Richtungen die Windkraftanlage tatsächlich zu sehen sein würde.

Von Ronsberg aus ist keine Sicht auf die Anlage möglich. Die Fläche liegt an der östlichen Hangkante zum Schwelktal und ist daher vom am westlichen Hang liegenden Ortsteil Schochen aus gut zu sehen. Auch die Bewohner der nördlich gelegenen Ortsteile Zadels und Dingisweiler sowie den östlich befindlichen Weilern Ober- und Unterweiler, Sigmaiers und Meuren hätten die Windräder im Blickfeld, stellten die Ratsmitglieder fest.

Das Gremium besichtigte außerdem die Windkraftanlage in Linden (Markt Rettenbach) nördlich von Zadels. Diese hat die Ausmaße, die in der Voranfrage die Räder von Ronsberg haben würden: Nabenhöhe 70,5 Meter, Gesamthöhe 99,5 Meter, Rotor-Durchmesser 58 Meter, Leistung 1000 Kilowatt, keine Flugkennzeichnung und 400 Meter Abstand zum nächsten Grundstück. In Ronsberg wären es 500 Meter.

Bürgermeister Gerhard Kraus erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass bisher weder bei der Marktverwaltung noch beim Landratsamt ein Bauantrag eingereicht wurde. Der Marktrat hat daher noch keine Beschlüsse in dieser Sache gefasst. Die Besichtigung des Geländes und der Windkraftanlage sei erfolgt, um bei der Anhörung durch das Landratsamt zu einem eventuellen Bauantrag besser informiert zu sein.

Entscheidung beim Landratsamt

Die betroffenen Anlieger werden unterrichtet, sollte ein Bauantrag eingehen. Einwendungen der Anlieger werden zur Kenntnis genommen und bei Entscheidungen berücksichtigt. Die Entscheidung liege aber beim Landratsamt, der Marktrat habe nur ein Mitspracherecht. Dabei werde er die Argumente der Anlieger einbringen, «denn wir haben auch hier den Schutz der Bürger im Auge», versicherte das Gemeindeoberhaupt.

Um die Planungshoheit zu erhalten, habe der Marktrat das fragliche Areal als Sondergebiet im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Bei einem Vorranggebiet für Windenergienutzung durch den regionalen Planungsverband wäre dies nicht der Fall gewesen. Zudem hätte ein Investor dann auch an jedem anderen Standort, an dem er die Immissionswerte und Abstände einhält, mit Genehmigung des Eigentümers eine Anlage errichten können.

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