Strom
Windenergie soll Durchbruch schaffen

Werden in Zukunft vermehrt Windräder auf den Höhenrücken des Unterallgäus zu sehen sein? Landrat Hans-Joachim Weirather sieht gerade in der Windenergie das Potenzial, von derzeit 30 Prozent Anteil regenerativer Energien am Stromverbrauch auf 50 Prozent zu kommen. «Da müssen wir ran», forderte er bei einer Veranstaltung der Lechwerke (LEW) zum 110-jährigen Jubiläum des Stromversorgers. Die LEW hatten zu einem Bürgergespräch in die Memminger Stadthalle eingeladen.

Das «Aschenputtel»

Derzeit ist die Windenergie noch das «Aschenputtel» unter den erneuerbaren Energien im Landkreis, wie es Moderator Winfried Züfle, Politikredakteur der Augsburger Allgemeinen, formulierte. Sie bringe nur drei Prozent im regenerativen Energiemix, informierte Weirather. Am meisten erzeuge derzeit die Photovoltaik mit 42 Prozent, gefolgt von Biogas mit 38 Prozent und 17 Prozent Wasserkraft.

Verwaltungsvorschriften behinderten die Nutzung der Windkraft, beklagte vor rund 150 Zuhörern der Bürgermeister von Stetten, Peter Schropp. Sein Gemeinderat hätte gern eine Windkraftanlage, erklärte er. Aber die Mindestabstandsflächen seien problematisch, 800 Meter zum Dorf, 500 Meter zu einem Einzelgehöft. «Der ganze Höhenrücken, der infrage kommt, ist damit gestorben», so Schropp. «Man möchte, aber man darf nicht.»

Weirather informierte, dass im Regionalen Planungsverband derzeit ein Konzept erarbeitet werde, das bis Mitte 2012 Vorranggebiete in der Region Donau-Iller ausweise. Grundlage seien vielversprechende Aussagen des TÜV-Süd, dass auf jedem Höhenrücken der Region Windräder jenseits einer Nabenhöhe von 100 Metern lukrativ seien. Für das Stadtgebiet Memmingen sah Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger die Möglichkeiten für die Nutzung von Windenergie oder Wasserkraft begrenzt. «Wir müssen zurückgreifen auf den größeren Verbund.»

Potenzial gebe es auch im Bereich der Wärme, erklärte Professor Georg Sahner von der Hochschule Augsburg. «Abwärme wird häufig nicht genutzt.

» Er betonte die Notwendigkeit von Energieberatern: «Gesamtkonzepte sind wichtig.» Und Professor Wolfgang Mauch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft riet: «Bauen Sie lieber wenige große Windkraftanlagen, da ist die Gesamteffizienz viel besser.»

Laut Paul Waning, Vorstandsmitglied bei den Lechwerken, hat für die Stromversorger die Energiewende schon vor Jahren stattgefunden: «44000 Photovoltaik-Anlagen sind im Netz der Lechwerke.» Das Energiesystem soll bezahlbar, sicher und umweltfreundlich sein. «Das, was dafür nötig ist, müssen wir akzeptieren, Kraftwerksbau, Leitungsbau und den Ausbau von Windanlagen.» Mittelfristig erwarte er eine Preissteigerung durch den Aufwand zum Ausbau der Netze, sagte Waning. Bereits jetzt würden die LEW im Mittelspannungsbereich auf den alten Trassen ausbauen.

Bei den Windkraftanlagen werden jedoch auch neue Trassen nötig werden, so Waning. «Es wird nicht immer ein Kabel sein, sondern auch Freileitungen geben.» (aw)

Paul Waning

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