Bürgerversammlung
Wildpoldsrieds Rathauschef will Gemeinde zur Pilgerstätte in Sachen regenerative Energien machen

Die Zukunft Wildpoldsrieds im Gemeinderat gestalten und gleichzeitig die Bürger mit einbinden: Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Arno Zengerle bei der Bürgerversammlung. Geschätzte 130 Bürger ließen sich im 'Kultiviert' über die Gemeindepolitik informieren. Zengerle sprach von 'dicken Brocken', die abgearbeitet sind oder kurz davor stehen.

Die Liste ist lang: Unter anderem energetische Schulsanierung, Wasserversorgung mit neuem Hochbehälter, Umbau und Erweiterung vom Adler zum ökologischen Bildungszentrum, Baugebiet St. Cyprian-Ost, Planung und Ausschreibung der Kinderkrippe (derzeit im Bau), Fassadensanierung beim Dorfmuseum nannte der Bürgermeister als Beispiele. Einen Seitenhieb versetzte er den 'Bedenkenträgern, die viele der Projekte im Voraus schlechtredeten'.

Nahwärme wird beliebter

Bei den derzeitigen Ölpreisen sei die Nachfrage der Bürger nach einem Anschluss ans Nahwärmenetz groß, gab Zengerle bekannt. Aber in den nächsten drei Jahren sei wohl kein weiterer Netzausbau möglich. Der scheitere an den Spitzenlastkapazitäten bei polarer Kälte und an den Kosten.

Unabhängig davon aber sei im Vorfeld zu prüfen, ob das in der Straße befindliche Leitungsnetz für Kanal und Wasser saniert werden muss. Sei dies der Fall, dann werde es für die Gemeinde beziehungsweise den Steuerzahler teuer: Denn Anschluss- und Sanierungskosten würden getrennt berechnet.

Das 'größte und teuerste Projekt das die Gemeinde jemals stemmte', ist laut Zengerle das 'Kultiviert'. Seit 1999 wird geplant und gebaut. Noch im Mai würden die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Nach Abzug aller Fördermittel verbleibe für die Gemeinde voraussichtlich ein Anteil von gut vier Millionen Euro, die über einen Zeitraum von elf Jahren verbaut seien.

Zengerle: 'Mit diesem bayerischen Leuchtturmprojekt' werden wir unser Ziel erreichen: mindestens in Bayern das Mekka der erneuerbaren Energien mit einer erheblichen Wertschöpfung zu sein.' Bereits jetzt seien jährlich rund 100 Besuchergruppen zu Gast in Wildpoldsried. Erstaunt würden sie die Leistung der kleinen, steuerschwachen Gemeinde zur Kenntnis nehmen.

Eine Diskussion kam nicht zustande. Lediglich Anregungen wurden vorgebracht. Markus Grillinger bemängelte den Zustand der Frohnschwendener Straße, Anton Fühner die Wasserqualität und Herbert Wagner das auf den Gehweg fließende Hangwasser aus der Streuobstwiese an der Kemptener Straße, das im Winter zu einer Glatteisbildung führt.

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