Kaufbeuren / Ostallgäu
Wiederholte «Besuche» in fremdem Haus

Gleich dreimal spazierte ein 18-jähriger Kaufbeurer im vergangenen Sommer in einer Umlandgemeinde mit einem gefundenen Schlüssel in das Anwesen einer ihm bekannten Familie und suchte nach Geld. Während er beim ersten Mal aus einem unversperrten Tresor 1500 Euro erbeutete, wurde er drei Wochen später vom Sohn des Besitzers auf frischer Tat ertappt und des Hauses verwiesen. Dies hinderte ihn allerdings nicht daran, eine halbe Stunde später einen erneuten Diebstahlsversuch zu starten.

Auch dieses Mal wurde er erwischt und machte sich ohne Beute aus dem Staub. Im Strafverfahren vor dem Jugendgericht war der junge Mann jetzt in vollem Umfang geständig, konnte sich seine Taten aber offenbar selbst nicht so recht erklären: Er habe damals verdient und das Geld eigentlich gar nicht gebraucht. Den Schlüssel hatte der Angeklagte offenbar schon geraume Zeit vor seinen Taten in einem Blumenbeet gefunden. Als die Familie im August vergangenen Jahres im Urlaub war, ging er in das Haus und ließ aus einem offenen Tresor im Büro 1500 Euro mitgehen. Das Geld gab er dann innerhalb von zwei Wochen aus - hauptsächlich für «Weggehen und Klamotten».

Diese Schilderung ließ die Staatsanwältin im Plädoyer daran denken, dass es dem Angeklagten bei seinen Taten darum gegangen sein könnte, vor seinen Freunden «den großen Macker zu spielen». Auch eine Kompensation familiärer Probleme hielt sie für möglich.

Dass Letztere bei dem Kaufbeurer wohl eine erhebliche Rolle spielen, ließ sich aus dem Bericht der Vertreterin der Jugendgerichtshilfe schließen. Die Sozialpädagogin ging aufgrund der Problematik von Reifeverzögerungen aus. Sie empfahl deshalb, auf den Angeklagten, der zur Tatzeit knapp über 18 Jahre alt war, Jugend-Strafrecht anzuwenden.

Der Richter folgte dem Vorschlag, machte dem jungen Mann im Urteil aber auch deutlich, dass er bei einer Verurteilung nach Erwachsenen-Strafrecht mit einer Freiheitsstrafe von mindestens neun Monaten hätte rechnen müssen. Wörtlich sagte er: «Das ist schon eine enorme kriminelle Energie, die Sie da an den Tag gelegt haben!» Er verurteilte ihn wegen Wohnungseinbruchs und zwei Einbruchsversuchen zu einem viertägigen Kurzarrest.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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