Kaufbeuren / Ostallgäu
Wieder freie Fahrt für Züge

40 Kilometer Gleise, 64000 Schwellen und sechs Weichen wurden im vergangenen halben Jahr auf der Bahnstrecke zwischen Kaufbeuren und Buchloe ausgetauscht, dazu knapp 100000 Tonnen Schotter bewegt. Ein riesiger Schienenbauzug war dafür unterwegs und lockte Tag für Tag viele Schaulustige an die Gleise. Mitte Juni hatte das größte Gleissanierungsprojekt der Deutschen Bahn im Allgäu begonnen, pünktlich zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag sind die Arbeiten erledigt. Zumindest zum Großteil. «Solche Baumaßnahmen sind auch für uns eine große Herausforderung. Die Arbeiten liefen aber planmäßig», sagt Bahnsprecher Anton Knapp. Was bleibt, sind kleinere Nebenbaustellen: Etwa die Abfuhr des übrigen Materials oder die Beseitigung von Mängeln. Diese sollen aber laut Knapp keinerlei Auswirkungen auf den Schienenverkehr haben und bis Mitte 2010 vollständig erledigt sein.

Heute Nacht Phase der Umstellung

Bevor Pendler und Zugreisende am Sonntag durchatmen können, werden einige von ihnen in der Nacht davor noch einmal auf eine Geduldsprobe gestellt: Weil Schienen und Signalanlagen abschließend geprüft werden, verkehrt zwischen 0.45 und 2.10 Uhr ein Ersatzbus anstelle einer Regionalbahn. Der Bus ist entsprechend länger unterwegs. Abfahrt in Buchloe ist um 0.50 Uhr, der Bahnhof in Kaufbeuren ist laut Bahn der einzige Zwischenstopp auf der Fahrt nach Kempten, der Halt in Biessenhofen entfällt.

Während der Bauarbeiten hatte die Bahn einen reduzierten Fahrplan entwickelt, der Verkehr lief nur eingleisig. Das führte oft zu langen Wartezeiten oder großen Verspätungen, weil zum Beispiel auf Züge aus der Gegenrichtung gewartet werden musste.

Die Bahn ist dennoch zufrieden. «Solche Tage waren eher selten. Wir hatten in der Bauphase eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 93 Prozent», rechnet Knapp vor.

Zur Halbzeit, als der Verkehr auf das inzwischen erneuerte Gleis verlegt wurde, habe es vorübergehend Einschränkungen gegeben. Die Strecke war damals einen Tag lang komplett gesperrt worden. Erschwerend sei hinzugekommen, dass sich Ende August einige Züge aus Richtung München wegen Bauarbeiten bei Geltendorf verspätet hatten. Dadurch sei der ohnehin schon recht komplexe Fahrplan einige Male ins Wanken gekommen. «Natürlich hat es ab und zu auch technische Probleme gegeben. Aber das blieb alles im Rahmen», sagt Knapp.

Die Bautrupps sind inzwischen von den Gleisen verschwunden, einzig die riesigen Lagerflächen für Material und Maschinen entlang der Schienen erinnern während der Fahrt noch an die aufwendigen Arbeiten. In den kommenden Monaten sollen die planierten Areale rekultiviert und an die Grundeigentümer zurückgegeben werden. Knapp: «Die Eigentümer erhalten von der Bahn zudem eine Entschädigung, weil sie die Flächen im vergangenen halben Jahr nicht nutzen konnten.»

Ab Sonntag sollen die Züge zwischen Buchloe und Kaufbeuren auf den neuen Gleisen mit 160 statt wie bisher mit 140 Stundenkilometern fahren. Zudem bietet die Bahn nun wieder mehr Verbindungen (siehe Infokasten).

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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