Kaufbeuren
Wieder Ärger wegen des Weihnachtsmarktes

Der Zwist zwischen der Stadt und dem Christkindlmarktverein geht in eine weitere Runde. Der Verein «Kaufbeuren Tourismus und Marketing», der frühere Verkehrsverein, möchte sich die Buden für die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes auf dem Kirchplatz nicht mehr beim Christkindlmarktverein leihen, sondern statt dessen 22 Marktstände mit je drei Meter Breite und sieben Stände mit je zwei Metern Breite kaufen. Dazu kommen noch entsprechende Elektroinstallationen. Kostenpunkt: 66500 Euro. Das kritisierte SPD-Fraktionschefin Catrin Riedl-Schmied, selbst Mitglied des Christkindlmarktvereins, heftig. Sie fand es «aberwitzig», diese Buden teuer anzuschaffen, wo doch der Christkindlmarktverein Stände besitzt, die auf dem Fliegerhorst eingelagert sind.

«Wir sind auf den Verein zugegangen», so Wirtschaftsreferatsleiter Siegfried Knaak. Aber man habe sich nicht einigen können. Deshalb sehe man sich nun gezwungen, selbst Buden für den Weihnachtsmarkt anzuschaffen, denn die Zeit dränge. Den größten Teil des Geldes - 57000 Euro - möchte sich der Verein bei der Kaufbeurer Sparkasse leihen, der Rest wird aus Eigenmitteln bestritten. Deshalb beantragte «Kaufbeuren Tourismus und Marketing» eine entsprechend hohe Ausfallbürgschaft für das Darlehen - die der Verwaltungsausschuss denn auch genehmigte. Das Darlehen werde mit Einnahmen beim Vermieten der Stände bedient.

Der Christkindlmarktverein habe «eine starre Haltung an den Tag gelegt», so Knaak weiter. «Da habe ich andere Informationen», entgegnete Riedl-Schmied. Zumal die Buden in der Vorweihnachtszeit traditionell auch an das Heinzelmannstift und den Arusha-Basar gingen, man somit die zeitlichen Wünsche des Tourismusvereins in diesem Umfang einfach nicht bedienen könne. «Letztlich hat man die Ehrenamtlichkeit auf dem Altar des Kommerzes geopfert», schloss Riedl-Schmied verärgert - darauf anspielend, dass der Christkindlmarkt früher rein ehrenamtlich veranstaltet wurde, der neue Weihnachtsmarkt hingegen nur teilweise gemeinnützig ist. «Sprechen Sie doch mal die Lebenshilfe und die Bundeswehr auf das Gebaren des Christkindlmarktvereins an», meinte Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) säuerlich. Das Ganze sei ein unsägliches Thema.

«Ich dachte, der Christkindlmarktverein will sich auflösen», warf zudem Christian Sobl (CSU) ein. «Besser man trennt sich, als wenn es keinen Frieden gibt», so seine Parteifreundin Dr. Erika Rössler. «Man muss sich die neuen Buden ansehen, die sind traumhaft schön», so Angelika Zajicek (FDP). Als Bosse über die Bürgschaft abstimmen ließ, votierte als einzige Riedl-Schmied dagegen.

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