Wochenende
Wie zwei Welten auf einem Planeten – humedica hilft in Ostafrika

Judith Kühl ist gerade aus Dolo Addo, einer kleinen Stadt in Äthiopien nahe der Grenze zu Somalia, wiedergekommen. Dort hat sie für die Kaufbeurer Hilfsorganisation 'humedica' in einem Flüchtlingslager gearbeitet. Wieder in Kaufbeuren, organisiert sie schon die nächsten Hilfslieferungen nach Afrika.

Die inzwischen drei Flüchtlingslager in Dolo Addo platzen aus allen Nähten. Allein hier wohnen an die 100.000 Menschen. Die laut der Einschätzung des UN-Flüchtlingskommissariats schlimmste humanitäre Katastrophe der letzten 60 Jahre lässt den Strom der Hilfesuchenden nach Kenia und Äthiopien nicht abreißen. Etwa elf Millionen Menschen leiden an der Hungerkatastrophe.

Jeden Tag kommen mehr und mehr Flüchtlinge nach Dolo Addo, neue Lager werden gebaut, draußen warten 40.000 auf eine Unterkunft und man versucht alles, um den Massen irgendwie Herr zu werden.

Die Menschen haben kein Wasser, keine Nahrung, keinen Schlafplatz und vor allem keine medizinische Versorgung.

Diese versuchen humedica und andere Organisationen zu gewährleisten. Das Problem ist, dass die Menschen nach tage- und wochenlanger Flucht schon geschwächt und krank dort ankommen, sagt Koordinatorin Judith Kühl.

Vor allem die Kinder sind in einem sehr kritischen Zustand, teilweise können sie Nahrung nicht bei sich behalten, so dass zuallererst medizinische Hilfe notwendig ist.

Judith Kühl hat in Äthiopien bis vor Kurzem noch Hilfsgüter verteilt, eine mobile Klinik aufgebaut und viel mit den dortigen Verwaltungen gesprochen. Ein guter Kontakt zu den Behörden vor Ort ist sehr wichtig, sagt die 25-Jährige, denn ohne die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden kann und darf man nicht helfen.

Im Lager in Kaufbeuren warten 30 Tonnen Hilfsgüter. Darunter Milchbrei, Babynahrung, Medikamente und medizinisches Equipment. Das Meiste davon sind Spenden oder wurde von Spendengeldern gekauft.

In Dolo Addo kümmert sich humedica in erster Linie um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge und da vor allem um die Kinder.

Wie viele Andere war auch Judith Kühl anfangs erschlagen von den Menschenströmen, die Dolo Addo täglich erreichen und Hilfe suchen. Daran, dass ihre Arbeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein könnte, hat die Studentin nie gedacht:

Man muss den Einzelnen vor sich sehen, eben die eine Mutter mit diesem bestimmten Kind - mit denen fängt man an. Dann die nächste Mutter, die nächste Familie und so weiter. So fängt Hilfe halt an, eben beim Einzelnen.

Spendenkonto:

humedica e. V.

Kontonummer: 47 47

Sparkasse Kaufbeuren

BLZ: 734 500 00

Kennwort: Hungerhilfe Afrika

www.humedica.de

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