Veranstaltungsreihe
Wie sieht Gesellschaft 2030 aus?

Da sind etwa diejenigen, die ausgebrannt irgendwann beim Betriebsseelsorger zusammenbrechen. Weil sie mit Knebelverträgen und unter unerträglichen Bedingungen arbeiten müssen. Oder da ist der Facharbeiter, der voll arbeitet und mit seinem Gehalt dennoch seine Familie nicht ernähren kann. Solche Fälle, sagen Erna-Kathrein Groll, Kreisverbands- und Diözesanvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), und Uwe Hardt, Geschäftsführer des Caritasverbands Kempten-Oberallgäu, gibt es immer häufiger. Doch wie soll das weitergehen?

In Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Lorenz sowie Diakonie und Rotem Kreuz haben sie eine dreiteilige Gesprächsreihe initiiert. Sie beschäftigt sich damit, wie Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Jahr 2030 aussehen könnten. Am kommenden Freitag, 18. März, geht es mit einer Podiumsdiskussion los.

Im Mittelpunkt, erläutert Dekan Dr. Michael Lechner, steht die Frage, wie die Sozialsysteme künftig überhaupt noch finanzierbar sein werden. Auch die kulturelle Integration sei ein Beispiel. Lechner: «In Kempten gibt es eine Kindertagesstätte, in der Kinder aus 14 Nationen betreut werden. Da muss Deutsch gesprochen werden.» Auch die Entwicklung in diesem Bereich sei spannend.

Generell, betont Groll, wolle die Veranstaltungsreihe den Wandel betrachten - sowohl das Positive daran als auch das Negative. So solle die Systematik dahinter sichtbar werden und eben das zutage treten, was schief läuft. Für Hardt liegt das auf der Hand: «Unser ganzes System basiert auf der Einkommenssteuer. Das ist das Problem.» Denn auf der anderen Seite sei die Produktivität so ausgelegt, dass immer weniger Arbeitsplätze benötigt werden. «Das System», so Hardt, «wird irgendwann zusammenbrechen.»

Dieses Thema müsse man nun angehen, «fundamental» diskutieren und letztlich bereit sein, Strukturen umzukrempeln. Für Hardt und Groll bedeutet das ein gesichertes Grundeinkommen für alle Arbeitnehmer. Dafür, so Groll, müsse aber das Geld «in vernünftige Kanäle» geschickt werden.

Der Staat sollte nicht Firmen subventionieren, die ihren Arbeitnehmern nicht genug zahlten, sondern die Menschen so unterstützen, dass sie wieder selbst für sich sorgen können.

Und wie geht es nach der Veranstaltungsreihe weiter? Für den Dekan ist ein möglicher Ansatzpunkt der Arbeitskreis Soziales im Pfarrgemeinderat. Die KAB wiederum, sagt Groll, bringe diese Themen ohnehin immer wieder in die politische Diskussion ein und die Caritas, betont Hardt, wolle da ebenso aktiver werden: «Wir wollen das Thema vor Ort diskutieren, nach oben transportieren und eben auch politischer arbeiten, um klare Forderungen zu stellen zu können.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen