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Die Hundstage kommen
Wie Sie Hitzschlag und Sonnenstich erkennen und behandeln

Das BRK gibt Tipps: Wie Sie Hitzschlag und Sonnenstich erkennen und behandeln. (Symbolbild)
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  • Foto: Jörg F. Müller (DRK)
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Jetzt kommen sie wieder, die Hundstage. Umgangssprachlich werden so die heißen Sommertage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August bezeichnet. Bei Temperaturen um die 30 Grad und mehr ist die Gefahr von Sonnenstich und Hitzschlag besonders hoch. "Hitzschlag und Sonnenstich sind zwei verschiedene Dinge", stellt Frank Schönmetzler vom BRK Oberallgäu klar. "Ein Hitzschlag ist ein akuter gesundheitlicher Notfall, der tödlich enden kann." Der Experte gibt Tipps, wie man beides vermeidet und was zu tun ist, wenn es einen doch erwischt hat.

Weit verbreitet: Hitzeerschöpfung

"Bei Menschen, die sich zu lange ohne ausreichend zu trinken in der Sonne oder in großer Hitze aufgehalten haben, kommt es häufig zu einer so genannten Hitzeerschöpfung. Sie entsteht durch Flüssigkeitsmangel und den Salzverlust des Körpers beim Schwitzen und kann mit erhöhter Körpertemperatur, Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Muskelkrämpfen oder Magen-Darmbeschwerden einhergehen", erklärt Frank Schönmetzler, der beim BRK Oberallgäu den Bereich Breitenausbildung leitet. "Hier hilft es, sofort ins Kühle zu gehen, zu Trinken - am besten Mineralwasser oder Saftschorle – und sich abzukühlen, zum Beispiel durch eine lauwarme Dusche. Danach sollte man sich ausruhen."

Ganz ähnlich wie bei der Hitzeerschöpfung sehen auch die Symptome zweier ernstzunehmender gesundheitlicher Notfälle aus: Dem Sonnenstich und dem Hitzschlag.

Sonnenstich erkennen und behandeln

Bei einem Sonnenstich kommt es aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung zu einer Überhitzung. Diese führt zu einer Reizung der Hirnhäute, in manchen Fällen sogar zu einer Schwellung des Hirngewebes. Die Betroffenen haben einen roten, heißen Kopf und klagen über starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Ohrgeräusche sowie manchmal über Nackensteifigkeit. Die Körpertemperatur ist jedoch meist nicht erhöht.

"In diesem Fall sollte man sich sofort in einer kühlen Umgebung hinlegen und Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern abkühlen. Sofern keine Bewusstseinsstörungen vorliegen, können Wasser oder Saftschorle gegeben werden", rät Frank Schönmetzler. "Bei starkem Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen sowie bei Kindern und älteren Menschen sollte ein Arzt oder der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden. Bis zu dessen Eintreffen Erste-Hilfe leisten."

Bei Hitzschlag droht Lebensgefahr

Lebensbedrohlich kann es bei einem Hitzschlag werden. Dieser wird durch körperliche Überanstrengung in einer heißen Umgebung ausgelöst. Es kommt zu einem gefährlichen Wärmestau im Körper. "Wenn die Körpertemperatur innerhalb von 10 bis 15 Minuten stark ansteigt – manchmal auf bis zu 41 Grad -, kann dies auf einen Hitzschlag hindeuten. Weitere Beschwerden sind trockene, heiße Haut, beschleunigter Pulsschlag, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Krämpfe, Erbrechen, Verwirrtheit bis hin zu Halluzinationen und Bewusstlosigkeit", erklärt der Experte.

Er rät dringend: "Da es für den Laien nicht einfach ist, Hitzeerschöpfung, Sonnenstich und Hitzschlag zu unterscheiden, sollte im Zweifel sofort der Notarzt unter 112 alarmiert werden. Bis zu dessen Eintreffen können kühle, feuchte Umschläge und Flüssigkeitszufuhr helfen."

So kann man gesundheitlichen Schäden durch Sonne und Hitze vorbeugen:

  • Täglich 1-2 Liter mehr als sonst trinken, am besten natriumhaltiges Mineralwasser. Achtung: Patienten mit Herzschwäche müssen die Trinkmenge mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen
  • Nicht in der prallen Sonne aufhalten, stets Kopfbedeckung tragen (auch auf Nackenschutz achten)
  • Körperliche Anstrengung unter Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Kinder nicht in der prallen Sonne spielen lassen
  • Auf keinen Fall Kinder oder Haustiere unbeaufsichtigt im
  • Fahrzeug lassen – auch nicht kurz! Die anstauende Hitze kann innerhalb kurzer Zeit zu Lebensgefahr, im schlimmsten Fall zum Tode führen
  • Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme: mit dem behandelnden Arzt klären, ob bei großer Hitze Besonderheiten vorliegen
  • Im Zweifels- und Notfall immer den Notruf 112 rufen ("lieber einmal zu oft als einmal zu spät")

So können Sie bei einem hitzebedingten Notfall Hilfe leisten:

  • Betroffene sofort in den Schatten bringen, Beine hoch lagern. Wenn ein schattiger Platz nicht auffindbar ist, kann auch eine Rettungsdecke als Schutz vor den Sonnenstrahlen dienen
  • Körper mit feuchten Tüchern kühlen, besonders Kopf und Nacken. Kein Eis direkt auf den Körper geben!
  • Wenn der Betroffene bei vollem Bewusstsein ist: Wasser oder Fruchtsaftschorle/Früchtetees anbieten
  • Wenn der Betroffene das Bewusstsein verloren hat: stabile Seitenlage
  • Umgehend Notruf (112) absetzen
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Bewusstsein und Atmung kontrollieren => Notfalls Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen

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