Instandsetzung
Wie sanierungsbedürftig sind die Brücken im Allgäu?

Sichtbare Rostschäden am Brückenpfeiler an der B12-Brücke zwischen Wildpoldsried und Betzigau.
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Anlässlich des Brückeneinsturzes in Genua fragen sich viele Allgäuer, ob ein solcher Einsturz auch in unserer Region drohen kann. So auch all-in.de-User Harry Schleicher, der uns darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Brücke zwischen Wildpoldsried und Betzigau stark sanierungsbedürftig aussieht. "Nach dem Brückeneinsturz in Genua mache ich mir da als Laie so meine Gedanken," so Schleicher.

Zumindest macht die Brücke zwischen Wildpoldsried und Betzigau den Anschein, eine Sanierung zu brauchen. Wenn man bedenkt, dass diese Brücke, auf der die B12 verläuft, über eine Kreisstraße sowie ein Bahngleis führt, wären die Auswirkungen eines Brückeneinsturzes schwerwiegend. Ein Grund, beim Staatlichen Bauamt Kempten, das für Bau, Betrieb und Erhaltung der Straßen im Allgäu zuständig ist, über die momentane Situation der Brücken im Allgäu nachzufragen.

Harry Pittroff, Sachgebietsleiter der Bauwerksverwaltung, sagt speziell zur Brücke über die B12, dass sie instandsetzungsbedürftig sei und sich bereits als Projekt im Bundesverkehrswegeplan befinde. "Aktuell werden  nur Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, um die Stand- und Verkehrssicherheit im Betrieb zu garantieren", so Pittroff. Die komplette Instandsetzung des Brückenbauteiles sei noch nicht geplant. Der Kern der Brücke sei nämlich noch nicht beschädigt, es bestehe keine Gefahr.

Bei den Schäden handelt es sich um Rostschäden. Der Stahl erhöht durch den Rost sein Volumen und sprengt so die äußere Betonschicht. Wenn die Betondecke nicht dick genug ist, ist der Stahl nur unzureichend vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt. Auch das Streusalz auf feuchtem Boden und Beton im Winter ist gefährlich für den Stahl. Besonders betroffen davon sind die Übergänge vom Betonpfeiler zum Boden.

Schön anzusehen ist die Brücke auf jeden Fall im Moment nicht. Das liegt aber auch daran, dass im Frühjahr der abbröckelnde Beton entfernt wurde, "um ein unkontrolliertes Herabfallen von Betonteilen zu verhindern und tiefergehende Bauwerksuntersuchungen durchführen zu können", erklärt Pittroff. Die Untersuchungen der Schäden an der Brücke sind aktuell noch nicht vollends abgeschlossen.

Ob, und wenn ja wann, die Brücke saniert wird, hängt unter anderem auch vom Ausbau der B12 ab. Als die Brücke gebaut wurde, hatte keiner mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen, besonders nicht mit Schwertransportern, gerechnet - die Brücken sind für eine so massive Belastung nicht ausgelegt. Wird die B12 vierspurig ausgebaut, kann die Tragfähigkeit vermutlich nicht mehr gewährleistet werden. Dann müsste die Brücke neu gebaut werden.

Insgesamt ist rund ein Viertel der Brücken im Allgäu sanierungsbedürftig. Alle drei Jahre werden die Bauten überprüft. Zwei Mal pro Jahr werden laut Pittroff außerdem offensichtliche Schäden und Mängel kontrolliert. "Zusätzlich wird einmal im Jahr eine Besichtigung durchgeführt, bei der auch Schäden an Einbauten wie Gas- oder Wasserleitungen kontrolliert werden."

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