Wie Liftbesitzer die Skisaison beurteilen - Saisonausklang in Weitnau und Eschach geplant

'Miserabel' bis 'mittelprächtig' Oberallgäu (sir). 'Miserabel', 'schlecht' und 'katastrophal'. So beurteilen Liftbesitzer aus dem nördlichen Oberallgäu den Skiwinter, der sich dem Ende zuneigt und jetzt - vielleicht ein letztes Mal - aufbäumt. Nur Rupert Schön von den Schwärzenliften in Eschach spricht von einer 'mittelprächtigen Saison'. Er hatte seinen Lift immerhin 63 Tage laufen und plant ab Freitag - sofern das Wetter weiter mitspielt - einen zünftigen Saisonausklang. Auf den hofft auch Werner Lingg von den Argenthal-Skiliften Weitnau. Die anderen Liftbesitzer glauben nicht daran, dass der Winter mit so viel Macht einzieht, dass sich ein Präparieren der Pisten noch lohnen würde.

'Sobald die Temperaturen steigen, ist der Schnee schnell wieder weg', ist Lingg überzeugt. Aber die Wetteraussichten deuteten darauf hin, dass auch die nächsten Tage noch weiterer Schnee kommen könnte. Dann will er den Schlepplift in Weitnau auch laufen lassen. Nur an sieben Tagen war der Lift bislang in Betrieb, 'davon waren vier Tage Draufzahltage, weil kaum ein Skifahrer da war', sagt Lingg. In der letzten Saison seien 103 Betriebstage möglich gewesen.

Im benachbarten Wengen 'hätte diesmal eine Tageskarte als Saisonkarte ausgereicht', witzelt Elisabeth Andraschko von der privaten Liftbetreibergesellschaft. 'Dreimal haben wir den Hang beschneit, zweimal hat es alles wieder weg geregnet. Nur am Samstag, 10. Februar, hatten wir die Anlage in Betrieb.' An eine Pistenpräparation sei momentan nicht zu denken. Andraschko: 'Der Boden ist warm, da bleibt der Schnee nicht liegen.' Letztes Jahr sei der Lift vom 1. Januar durchgehend bis 19. März gelaufen. Sie erinnert sich: 'Da hatten wir eine wunderbare Piste, schönes Wetter, aber die Leute hatten zum Schluss keine Lust mehr auf Skifahren.' Finanziell müsse man heuer Einbußen hinnehmen.

Die Kosten laufen weiter

'Die Kosten für Versicherungen und Steuer fallen schließlich auch an, wenn der Lift nicht läuft', sagen Peter Jörg und Willi Jäger, die Betreiber des Skiliftes in Sulzberg. Dort war den ganzen Winter über nicht an Skifahren zu denken. Jörg: 'Wir brauchen mindestens 30 Zentimeter Schnee, um ihn auch gut walzen zu können und die Grasnabe beim Präparieren nicht zu verletzen. Aber so viel hatten wir nicht.' Damit rechnen die Liftbetreiber auch in den nächsten Tagen nicht.

Ähnlich denkt Reinhard Scheiber von den Elleg-Skiliften in Faistenoy (Gemeinde Oy-Mittelberg). Er hat die Saison abgeschlossen nach insgesamt neun Betriebstagen und meint achselzuckend. 'Nach zwei guten Wintern war das dieses Mal eben ein schlechter.'

'Wenn's vom Schnee her reicht, dann lassen wir den Lift noch einmal laufen', sagt indes Fridolin Maidel vom Skilift Eschach (Gemeinde Buchenberg). Seit 1969 sei der Lift in Familienbesitz. 'Aber dieser Winter mit seinen 28 Betriebstagen ist einer der schlechtesten, den wir je hatten', resümiert Maidel und fügt an. 'Gott sei Dank müssen wir nicht alleine vom Liftbetrieb leben.' Wie sein Nachbar Rupert Schön von den Schwärzenliften baut er zudem noch auf eine kleine Landwirtschaft und vermietet Ferienwohnungen.

Schön plant, am Freitag den Betrieb an den Schwärzenliften in Eschach wieder zu starten. Der letzte Betriebstag sei am 6. März gewesen. Bislang liefen die beiden Anlagen (Schlepp- und Kinderlift) an 63 Tagen. Dies sei auch nur möglich gewesen, weil der Hang immer wieder beschneit worden ist. Von einer 'mittelprächtigen Saison' spricht Schön deshalb. In den Weihnachts- und den Faschingsferien habe er den Lift laufen lassen können. Das sei 'schon die halbe Miete'. Jetzt hofft er auf einen zünftigen Saisonausklang ab Freitag. Mit der 'Masse an Kunden' rechnet er, wie sein Kollege in Weitnau, aber nicht mehr. Schön: 'Viele haben mit dem Wintersport wohl schon abgeschlossen.'

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