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Wie Firmen und Branchen auf die Coronakrise reagieren: Allgäu-Walser-Card

Ulrich Hüttenrauch, Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH - Allgäu-Walser-Card.
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  • Ulrich Hüttenrauch, Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH - Allgäu-Walser-Card.
  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Die Coronakrise betrifft viele Bereiche im Allgäu, so auch die Tourismusbranche. Ulrich Hüttenrauch ist Geschäftsführer der Oberallgäu Tourismus Service GmbH, die die Allgäu-Walser-Card macht. Er erklärt im Interview mit all-in.de, wie die Lage im Walsertal aussieht und welche Befürchtung er hat. 

Wie sieht die Situation bei der Oberallgäu Tourismus Service GmbH - Allgäu Walser Card aus? 

Die Oberallgäu Tourismus Service GmbH hat mit rund 1.800 Gastgebern viel zu tun. Ende März und April sind die Mitarbeiter der Firma im laufenden Systembetrieb, erklärt Ulrich Hüttenrauch. Sie wickeln die Wintersaison ab und sind mit den Vorbereitungen auf den Sommer beschäftigt. Jedes Jahr gibt es da viel Arbeit, sodass dieser Zeitraum für das Unternehmen nie ein Urlaubszeitraum oder ein Stundenabbau-Zeitraum ist, erklärt Hüttenrauch. Kurzarbeit haben sie deshalb nicht. Technisch eingestellt sind sie auf den 1. Mai. Doch der Start in die Tourismussaison 2020 wird später sein, gibt Hüttenrauch zu bedenken. 

Wie schätzt Hüttenrauch die Situation im Tourismus im Walsertal ein? 

Im Interview mit all-in.de sagt Ulrich Hüttenrauch: "Wie ich das vermutet und befürchtet habe, ist die Situation katastrophal. Für die Hotels, für die Gastronomie und für viele andere." Die derzeitige Lage fühle sich "immer noch sehr schräg an". 

Auch am Inselsee wäre bei schönem Wetter, wie es am Osterwochenende der Fall war, "normalerweise die Hölle los". Doch Gäste dürfen nicht kommen. Der Geschäftsführer hofft, dass die Coronakrise nicht mehr allzu lange dauert "und dass dann möglichst viele überlebt haben werden." Denn irgendwann komme die Frage auf: "Wer ist wegen Corona, wer ist an Corona gestorben?" 

Lösungsvorschläge

Wie könnten Betreiber von Bergbahnen oder Hotellerie- und Gastronomiebetrieben mit den Abstandsregeln umgehen? Laut dem Geschäftsführer könnten die Bergbahnen beispielsweise die Gäste weit genug auseinandersetzen. Familienmitglieder aus einem Hausstand könnten die Betreiber in einer Gondel oder einem Lift fahren lassen. Hüttenrauch ist sich sicher: "Die Bahnen werden einen Weg finden." 

In Hotels oder Gastronomiebetrieben sieht er die Lage etwas schwieriger. "Aber auch die werden sich Wege einfallen lassen. Sie werden die Tische weiter auseinander ziehen und vielleicht die Gäste in Schichten zum Frühstücken oder Abendessen da haben." Für große Betriebe sei dieser "Sparflammenbetrieb auf Dauer auch keine Lösung."

Hüttenrauch schätzt, dass Deutschland möglicherweise vom Urlaub im eigenen Land profitieren wird. Wobei er nicht wisse, "wie sich das auswirkt mit den finanziellen Einbußen und dem Kurzarbeitergeld."
"Ich glaube, dass viele Menschen nach den vielen Wochen Zuhause das Bedürfnis haben, wegzufahren und ein paar Tage etwas anderes zu sehen."

Befürchtung 

Doch der Geschäftsführer der Allgäu-Walser-Card hat die Befürchtung, dass das Walsertal, weil in Österreich, als Ausland deklariert wird und deshalb die Gäste aus Deutschland nicht kommen dürfen. Die sind aber für das Walsertal ebenso wichtig wie beispielsweise für Oberstdorf und Immenstadt, sagt Hüttenrauch. "Alle brauchen die Gäste". Die Regierung müsse deshalb dafür sorgen, dass das Walsertal einen Sonderstatus erhalte. 

"Wichtig ist, dass es möglichst bald in irgendeiner Form weitergeht."

Hüttenrauch fürchtet, dass es noch "eine Weile" dauern wird, bis die Coronakrise ganz ein Ende findet. "So wie es ausschaut, wage ich zu hoffen, dass wir im Juni irgendwann wieder in einen normalen Betrieb kommen. Aber schauen wir mal." 

Auch für andere Betriebe im Allgäu ist es wichtig, dass es bald wieder weitergeht. Einige Allgäuer Unternehmen gehen kreativ mit der Coronakrise um. Der Wasserskilift in Blaichach steht zum Beispiel wegen der Coronakrise still. Wie das Unternehmen mit der dieser Krise umgeht, lest ihr im Artikel: 

Wie Firmen und Branchen auf die Coronakrise reagieren: Wasserskilift in Blaichach steht still

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