Neugablonz / Mauerstetten
Wie eine Wand

Ein kleines Rechenspiel: Das Netz in der zweiten Volleyball-Bundesliga ist 2,23 Meter hoch, die Spielerinnen des SV Mauerstetten aber im Durchschnitt nur knapp 1,72 Meter groß. Um also beim Schlag des Balls zumindest mit dem Handgelenk über die Netzkante zu ragen, müssen sie dazu mindestens 70 Zentimeter hoch springen. Im richtigen Moment. Beim 3:0-Sieg gegen den VfL Nürnberg (25:17, 25:21, 25:20) haben die SVM-Frauen diesen elementaren Bestandteil des Spiels eindrucksvoll demonstriert. Vor allem in der Blockabwehr waren sie an diesem Abend bärenstark und von den Gästen aus Nürnberg auf diesem Wege kaum zu überwinden.

Doch dahinter steckt harte Arbeit. Intensives Training der Sprungkraft, wie Trainer Hubert Hermann erklärte. Er habe die Spielerinnen nun fast wieder auf dem gewünschten Leistungsniveau. Freilich war dies auch in der vergangenen Saison nicht schlecht, es entsprach aber eben nicht den Hermannschen Ansprüchen. Und die sind hoch. «Wir müssen in diesem Bereich hart trainieren, um die fehlende Körpergröße auszugleichen», sagte er. Wenn dann einer wie Hermann für die Leistung seiner Schützlinge das Wort «außergewöhnlich» verwendet, muss das Team tatsächlich stark gespielt haben. «Vor allem in der Verteidigung lief alles. Wir haben selbst die unmöglichsten Bälle noch geholt», so Hermann weiter.

Dabei begannen die Mauerstettenerinnen vor rund 400 Zuschauern äußerst nervös und hektisch. Viele individuelle Fehler und Abstimmungsprobleme prägten das Spiel. Aber auch die Franken waren nicht besser. Der erste Satz wogte hin und her - bis der SVM das richtige Mittel fand. Nicht mit gewaltvollen Angriffen, sondern mit gefühlvoll platzierten Bällen holten sie sich den ersten Durchgang.

Im zweiten begannen die Gastgeberinnen erneut mit vielen Fehlern. Dieses Mal schon beim Aufschlagen. Hermann erklärte nach der Partie: «Wir müssen in diesem Punkt volles Risiko gehen. Die Fehler sind dabei einkalkuliert.» Doch die Gäste schlugen daraus keinen Profit. In erster Linie deshalb, weil der SVM am Netz sicher stand. Gegen die Blockabwehr war kaum ein Kraut gewachsen.

Und weil die Hermann-Truppe zudem verbissen um jeden Punkt kämpfte, sich selbst in schier aussichtslosen Ballwechseln nicht aufgab, ging auch der zweite Satz an Mauerstetten.

Der Coach bescheinigte am Ende auch den Gästen einen starken Auftritt. «Sie haben uns das Leben jede Sekunde schwer gemacht», so Hermann. Seine Mannschaft stand sich zu Beginn des dritten und letzten Satzes aber erneut selbst im Weg. Der großen Nachlässigkeit wegen. Statt mit Kraft und Tempo die schnellen Punkte zu suchen, wählten die Mauerstettenerinnen zu oft die harmlosere Variante und lagen deshalb zwischenzeitlich zurück. Bis das Quäntchen Glück zurückkam. Julia Sedlmeier mit zwei Assen und Martina Gebler mit einer starken Aufschlagserie bogen das Spiel und legten damit den Grundstein für einen souveränen 3:0-Sieg.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen