Dillishausen
«Wie eine Bande im Eisstadion»

Bürgermeister Konrad Schulze war erstaunt über das riesige Interesse: 42 Menschen aus Dillishausen und Lamerdingen füllten bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Völk in Dillishausen das Nebenzimmer. Einige davon hatten nach dem Bericht des Gemeindeoberhaupts Fragen und Anregungen:

l Schulden: Eine Pro-Kopf-Verschuldung von 506 Euro höre sich im Vergleich zum Durchschnitt im Landkreis (1316 Euro) toll an, meinte Hans Trautwein. Man müsse aber die gut eine Million Euro externen Schulden dazurechnen, meinte er weiter. Schulze betonte, bei den Zahlen der anderen Gemeinden seien externe Schulden auch nicht berücksichtigt. Auf diese Weise finanziert wird in der Gemeinde unter anderem das Baugebiet in Dillishausen. Hier müsse man möglichst rasch die Straße herstellen und im Gemeinderat darüber diskutieren, ob die Bauplätze über eine neue Preisgestaltung oder andere Zuschnitte attraktiver werden, meinte der Bürgermeister.

l Moosgraben: Der Moosgraben werde komplett geräumt und entbuscht, versicherte Schulze auf Nachfrage von Martin Schuster.

l Bushaltestelle: Einen Fahrradschuppen regte Schuster beim Buswartehäuschen in der Amberger Straße an. Er habe einer Familie erlaubt, an seinem Stadl dort Fahrräder abzustellen. Mittlerweile aber würden dort so viele Räder geparkt, dass er vor allem im Sommer Probleme beim Betanken seiner Schlepper habe. Ein Abstellplatz komme wohl in Frage, ein Schuppen weniger, meinte Schulze, der sich zunächst am Ort selbst ein Bild machen will. Unverständlich war ihm wie auch Schuster, dass Eltern, die nur wenige 100 Meter entfernt wohnen, ihre Kinder mit dem Auto vom Bus abholen.

l Zaunwerbung: Wie «eine Bande im Eisstadion» empfindet Hans Trautwein die vielen Werbetafeln für diverse Baumärkte an den Zäunen im Dorf. Doch dies sei Privatsache, erklärte der Bürgermeister. Die Gemeinde habe keine Plakatierungsordnung.

l Dorfgemeinschaftshaus: Die Lohnkosten der Gemeindearbeiter werden, wenn sie im Dorfgemeinschaftshaus tätig sind, diesem Projekt zugeschlagen, erklärte der Bürgermeister auf Anfrage. Die laufenden Betriebskosten würden separat abgerechnet und umgelegt. Falls gewünscht, könnten sie später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, versicherte er auf Anfrage.

l Springkraut: Die massenhafte Verbreitung des Indischen Springkrauts sei Thema im gesamten Landkreis, so Schulze auf Frage eines Bürgers. Die Gemeinde könne nichts machen. Er würde sich aber freuen, wenn zum Beispiel ein Verein eine Aktion starten würde, bei der das Kraut im Frühjahr vor der Blüte ausgerissen wird.

l Radweg: Eine bessere Beschilderung des Radwegs nach Buchloe wünschte sich ein Bürger.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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