Oberstaufen
Wie ein russischer Kirschbaum auf eine Alpe kommt

Im Herbst, wenn die anderen Älpler wieder mit ihren Tieren ins Tal ziehen, geht bei Jakl Köhler auf der Alpe Sonnhalde die Arbeit erst richtig los. Dann ist bei Köhler Erntezeit. Denn rund um seine Hütte in der Nähe von Oberstaufen (Oberallgäu) hat er circa 70 verschiedene Obstbäume gepflanzt.

«Früher gab es im Allgäu auf bis zu 1200 Meter Obstbäume», sagt Köhler. Die Alpe gehört dem Verein zur Erhaltung der Allgäuer Kulturlandschaft. Köhlers Ziel und das des Vereins ist es, zu zeigen, dass Apfel- und Birnbäume auch in höheren Lagen wachsen. «Wir hoffen natürlich, dass es sich andere auch überlegen, einen Obstbaum auf ihrer Alpe zu pflanzen - so wie es das früher öfter gab», sagt Jakl Köhler, der seit 29 Jahren den Sommer in den Bergen verbringt. Den ersten Baum hat er vor zehn Jahren gepflanzt. Er glaubt, dass Obstbäume gut auf eine Alpe passen: «Die richtige Arbeit fängt erst im Herbst an, wenn das Vieh wieder im Tal ist. Also dann, wenn man eher wieder Zeit hat.»

Neue Sorten wachsen rund um seine Alphütte, genauso wie alte. Das exotischste Gewächs kommt sogar bis aus Russland. «Der Kirschbaum hier ist ein Ableger von einem Baum, den ein Soldat aus dem Ersten Weltkrieg nach Österreich gebracht hat», erzählt der bärtige Älpler. Mit den vielen unterschiedlichen Bäumen will er herausfinden, welche Sorte sich in den Allgäuer Bergen am Wohlsten fühlt.

Neben den Obstbäumen wachsen auch noch verschiedene Beeren, Kräuter und Salat in seinem Garten, den er rund um die Alphütte angelegt hat. Sogar Hopfen sprießt dazwischen aus dem Boden. Ins Bierbrauen will er allerdings nicht einsteigen. «Den habe ich nur so zum Spaß gepflanzt», sagt Köhler und lacht. Damit aus den schönen Blüten im Frühjahr im Herbst dann auch leckeres Obst wird, braucht es die Hilfe der Bienen.

Deshalb kümmert sich Jakl Köhler nicht nur um seine Ziegen und Kühe, sondern schaut auch regelmäßig nach seinen Bienenstöcken am Waldrand. Selbst Honig herstellen, das macht er allerdings nicht. «Ich käse jeden Tag selbst, das wäre sonst zu viel», sagt er. Doch es kann schon mal vorkommen, dass er zwischen dem Ziegenmelken und der Stallarbeit noch schnell einen Bienenschwarm einfangen muss.

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