Wie das Wohnzimmer einer Großfamilie

Marktoberdorf | af | Mehr ältere Menschen, veränderte familiäre Situationen mit immer mehr Alleinerziehenden, Behinderte, Personen mit Migrationshintergrund, Kinder, die Beschäftigung suchen: Das Mehrgenerationenhaus soll als ein Ort angelegt sein, 'wo man sich wie im Wohnzimmer einer Großfamilie austauschen kann'. So umschrieb Thomas Hofmann, der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, im Stadtrat die Einrichtung, die in Marktoberdorf mit dem BRK als Träger entstehen soll. Voraussetzung ist, dass das Projekt ins Förderprogramm des Bundes aufgenommen wird. Weil es im Landkreis mehrere Bewerber, aber nur für ein Haus eine Zusage gibt, muss sich der Stadtrat sputen. Bis Mitte Januar muss er eine Räumlichkeit anbieten.

Zwei ehemalige Geschäftsräume stehen in der engeren Wahl: Zum einen im Anwesen von Clemens und Emmi Fendt, das im Besitz der Stadt ist, zum anderen in einem Haus auf der gegenüber liegenden Straßenseite, das bisher einen Ein-Euro-Laden beherbergte. Gegen die Unterbringung im städtischen Haus spreche, machte Bürgermeister Werner Himmer deutlich, dass Investitionen von rund 100 000 Euro nötig seien. Allein der Sanitärbereich müsse komplett neu angelegt werden. Außerdem könnte sich für dieses Objekt ein Investor interessieren, deutete er an. Dieser habe bereits Unterlagen angefordert.

Egal, für welches Haus sich der Stadtrat entscheidet: Beides soll nur eine Übergangslösung sein. So wurde auch das Gesundheitsamt ins Gespräch gebracht, das in absehbarer Zeit ins Landratsamt umzieht.

Der Startschuss für das Mehrgenerationenhaus sei bereits gefallen. Vorbereitende Arbeiten flössen mit in den Zeitrahmen ein, erläuterte Hofmann, so dass der offizielle Beginn am 1. Dezember war.

Sowohl Hofmann als auch Renate Dantinger und Sabine Weißfuß betonten, dass das Haus weder als Wohnhaus gedacht ist, noch in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen treten will. Es gehe darum, Aktivitäten zu vernetzen, Hilfestellung zu bieten, bei einem Kaffee Kommunikationsmöglichkeiten zu bieten: 'Es soll einfach der Motor sein, damit auch die anderen Angebote angenommen werden.'

Ziel auf jeden Fall verfolgen

In der Regel kristallisierten sich bei Mehrgenerationenhäuser unterschiedliche Schwerpunkte heraus: Die einen seien eher ein Seniorenzentrum, die anderen ein Müttertreff. Für Marktoberdorf sei ein Haus von Bürgern für Bürger gedacht. Das Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums sieht für die Dauer von vier Jahren einen Zuschuss von 40 000 Euro jährlich vor. Ziel sei daher, das Haus auf ehrenamtlicher Basis zu betreiben.

Sollte das Projekt nicht vom Ministerium ausgewählt werden, sollen die Pläne in Grundzügen dennoch weiter verfolgt werden, erklärte Hofmann. 'Wir müssen sehen, wie wir die Inhalte dann verwirklichen können.' Hinter 'wir' verbergen sich außer dem BRK auch die Kirchen und andere im sozialen Bereich tätige Institutionen. Dafür sei das Thema zu wichtig, um es nach einer Ablehnung gänzlich fallen zu lassen, machte er deutlich.

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