Westallgäu / München
«Westallgäuer legen den Finger in die Wunde»

Die Petition aus dem Westallgäu für mehr Lehrerstunden an den Grundschulen ist im Bildungsausschuss des Landtags mehrheitlich abgelehnt worden. Bei einer Unterschriftenaktion mit der Überschrift «Unsere Grundschulen müssen im Dorf bleiben» kamen im März 1200 Unterschriften von Eltern, Erziehern und Lehrern zusammen, die Anfang April von den Allgäuer Abgeordneten Eberhard Rotter, Paul Wengert, Dr. Leopold Herz und Thomas Gehring dem Kultusminister übergeben worden waren.

Die Westallgäuer forderten die Staatsregierung auf, den Unterricht in kleinen Grundschulen durch eine ausreichende Lehrerstundenzuweisung durch ein Budget sicherzustellen. Ansonsten bestehe die Gefahr von Schließungen in kleinen Orten. «Kann das soziale Gefüge einer Gemeinde lebendig bleiben, wenn die Grundschule aus dem Ort verschwunden ist?» fragen die Verfasser der Eingabe. In jahrgangskombinierten Klassen seien, um die Unterrichtsqualität zu sichern, statt der genehmigten fünf Stunden dreimal so viele zusätzliche Lehrerstunden pro Woche nötig.

Der Wunsch habe jedoch keine Mehrheit im letzten Bildungsausschuss des Landtages vor der Sommerpause gefunden, berichtet der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring von den Grünen, der als Mitberichterstatter im Ausschuss für eine Berücksichtigung der Bittschrift plädiert hatte.

Kombiklassen weil Lehrer fehlen

«Kombiklassen etwa aus den Klassen 1 und 2 können aus pädagogischen Gründen sinnvoll sein» und sie werden unumgänglich, um kleine Schulstandorte zu erhalten, erklärte Thomas Gehring. Allerdings würden sie oft deshalb gebildet, weil die Lehrer fehlen.

Thomas Gehring erklärt: «Der Schulrat muss entscheiden, ob er Kombiklassen bildet oder ob er große Klassen an großen Schulen bildet, um auch Stellen für eine kleine Schule zu haben. Alternativ bleibt ihm die Entscheidung ob er eine Klasse an der kleinen Schule schließt, um die großen Schulen nicht zu benachteiligen,» macht Gehring deutlich.

Deswegen fordern die Grünen in ihrem Antrag vom Kultusministerium, ländliche Schulamtsbezirke so mit Stellen auszustatten, dass kleinere und größere Klassen ausreichend versorgt werden können. Und dazu gehöre auch, dass Kombiklassen mit entsprechenden Zusatzstunden ausgestattet werden können, «sonst sind Kombiklassen lediglich Mangelverwaltung». Für den Antrag, wie auch für die Eingabe aus dem Westallgäu stimmten SPD, FW und Grüne; die Mehrheit aus CSU und FDP lehnten sie ab.

«Die Westallgäuer haben den Finger in die Wunde gelegt und daher war die Eingabe nicht umsonst.» Es müsse weiterhin Druck gemacht werden für eine bessere Ausstattung der Kombiklassen und kleinen Grundschulen auf dem Land,» stellte Thomas Gehring fest.

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