Wertvolle Lebensräume unter der Lupe

Kempten (kk). - Mit Fotokamera, Landschaftskarten, Kugelschreiber und Beurteilungsbogen streifen sie durch die Natur. Dabei nehmen die Kartierer jedes Fleckchen Landschaft rund um den Bachtelweiher genau unter die Lupe. 'Schaut her, hier hab‘ ich ein Sumpfherzblatt gefunden', ruft Sandra Merkel ihren Kollegen zu. Ein gutes Zeichen: Denn diese eher seltene Pflanze taucht vorwiegend in 'qualitativ hochwertigen' Biotopen auf.'Was wir hier tun ist quasi eine Bestandsaufnahme', erklärt Christoph Stein. Zusammen mit seinen Assistenten erfasst der Landschaftsplaner derzeit Biotope im Kemptener Stadtgebiet und beurteilt sie nach Typ und Größe. Zudem werden bis zum Herbst sämtliche Tier- und Pflanzenarten, die innerhalb der jeweiligen Naturfläche leben, bestimmt. Diese Daten aktualisiert das Team vom Freisinger Planungsbüro Dr. Schober - auf Grundlage der bisher letzten so genannten Biotopkartierung vor knapp 20 Jahren. Anschließend werden die Ergebnisse in eine Datenbank eingegeben und an das Bayerische Landesamt für Umwelt weitergeleitet.

Dort prüfen Fachbetreuer die neuen Daten, ehe sie Anfang 2007 veröffentlicht werden.403 ökologisch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen zählt laut Roland Sauter vom Umweltamt die damalige Kartierung. Da einige Flächen inzwischen bebaut worden seien, schätzt der Fachexperte für Landschaftspflege, dass diese Zahl geringer ausfallen wird.'Was allerdings die hochwertigen Biotope anbelangt, wird sich wohl nichts großartig ändern', sagt Sauter. Die Gebiete würden zwar grundsätzlich nicht in eine Rangliste eingeteilt. Dennoch könnten so genannte Indikatoren-Pflanzen über deren Qualität Auskunft geben, wie beispielsweise das Sumpfherzblatt, die Händelwurz oder das Wollgras. Solche 'konkurrenz-schwachen, spezialisierten und seltenen Pflänzchen' seien bislang am Bachtelweiher, Herrenwieser Weiher, Stadtweiher, Schwabelsberger Weiher, Übergangsmoor Reisachmühle, Betzigauer Moor, in der Riederau, in Lemmlings, Rottachtobel und im Bachtelbachtal entdeckt worden, erläutert der Fachmann. Sobald die neuen Ergebnisse vorliegen, informiere das Umweltamt die Eigentümer der Flächen über die dort gefundenen Arten, erklärt Sauter. Zudem seien die Daten ein wichtiger Baustein für die Planungen von Naturschutzbehörden und Kommune - im Rahmen des neuen Landschaftsplans und Flächennutzungsplans. Die Ergebnisse sind für jedermann einzusehen. Die neue Kartierung kostet laut Sauter rund 70 000 Euro. Die Stadt zahlt davon 40 Prozent. Den Rest übernimmt der Freistaat.

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