Kaufbeuren
Wertachstädter Huldigung an den Preußenkönig

Was hat Friedrich der Große mit der Stadt Kaufbeuren zu tun? Auf den ersten Blick gibt es da wenig Verbindungen. Trotzdem passe ein Hinterglasbild des Preußenkönigs, das der Freundeskreis des Stadtmuseums mit Unterstützung der hiesigen Sparkasse erworben hat, bestens in die Sammlung, so Museumsleiterin Dr. Astrid Pellengahr. Denn erstens stammt das Werk aus dem Jahr 1759 von einem Kaufbeurer und zweitens sagt die Darstellung viel über das Selbstverständnis der evangelischen Bürger der damaligen Freien Reichsstadt aus.

«Wichtigster Ankauf seit Jahren»

«Das ist der wichtigste Ankauf seit Jahren», so Pellengahr. Das von Johann Matthäus Bauhoff signierte Bild zeigt den preußischen Herrscher in einem prachtvoll gerahmten Medaillon zusammen mit personifizierten Tugenden. Das Bildnis Friedrichs des Großen ist umgeben von 14 jeweils einfarbig hinterlegten, rechteckigen Bildfeldern, die Schlachten aus dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) darstellen. Derartige Gemälde seien zur Entstehungszeit nichts Ungewöhnliches gewesen.

Schließlich sahen die Protestanten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation den späteren Preußenkönig als einen machtvollen Garanten für die freie Ausübung ihres Glaubens - mehr jedenfalls als die katholische Maria Theresia in Wien, die als Kaiserin die eigentliche Schutzherrin der Reichsstadt Kaufbeuren war.

Außergewöhnlich an dem Bild ist laut Pellengahr aber, dass es zum einen signiert ist und zum anderen sehr detailliert nach einer Augsburger Kupferstichvorlage ausgeführt wurde. «Hinterglasbilder waren damals eigentlich Massenware, die oft von Kaufbeurer Webern oder Handwerkern im Nebenerwerb angefertigt wurden», so die Museumsleiterin. Deshalb ergänze das Friedrich-Bild die Sammlung des Stadtmuseums an protestantischen Hinterglasbildern ideal und sage zudem viel über die Geschichte und das Verhältnis der Religionen in Kaufbeuren zu dieser Zeit aus.

In Düsseldorf aufgetaucht

Das Hinterglasbild tauchte vor einiger Zeit im Düsseldorfer Kunsthandel auf und sei zunächst dem Kaufbeurer Museum angeboten worden, «weil die wissen, wo unsere Sammlungsschwerpunkte sind», berichtet Pellengahr.

Da der Etat für Neuerwerbungen in diesem Jahr aber schon ausgeschöpft war, wandte sich die Leitung an den Freundeskreis des Stadtmuseums. Dieser übernahm umgehend den Kaufpreis von 7900 Euro, wobei die Kaufbeurer Sparkasse unbürokratisch dafür 1000 Euro beisteuerte.

Unterstützung erwünscht

Bei der offiziellen Präsentation der Neuerwerbung im Depot des Stadtmuseums zeigten sich Oberbürgermeister Stefan Bosse und Bernd Kuhn, der Vorsitzende des Freundeskreises, froh darüber, dass das «gute Stück» für die künftige Dauerausstellung des Museums nach Kaufbeuren geholt werden konnte.

Nach wie vor verfolge der Freundeskreis das Ziel, bis zur Eröffnung des Museums insgesamt eine halbe Million Euro für Restaurierungen und Neuerwerbungen zur Verfügung zu stellen, so Kuhn. «Deshalb hoffen wir, dass uns die Bürger weiterhin rege unterstützen.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen