Oberallgäu / Immenstadt
«Wer jetzt dort nicht radelt, kommt nie mehr dazu»

Das sechs Kilometer lange Reststück der B 19 neu zwischen Oberdorf und Immenstadt wird zwar erst in gut drei Wochen für den Verkehr freigegeben . Doch seit Wochen schon nutzen vor allem am Wochenende und abends Radfahrer die Möglichkeit, dort entlangzurollen. »Allgäu-Rundschau

«Das hat seinen ganz besonderen Reiz», sagt beispielsweise Klara Lippok aus Waltenhofen-Hegge. Eine Sperre machte in den vergangenen Tagen dem Vergnügen jedoch ein jähes Ende: Die Illerbrücke bei Thanners ist durch einen hohen Bauzaun gesichert. Es liegt offensichtlich daran, dass die Brückengeländer noch nicht vollständig montiert sind. «Da hat der BaustellenTourismus wohl überhandgenommen,» findet Günter Pfeifer (62) aus Sulzberg eine andere Erklärung. Auch er muss wieder umkehren, so wie viele andere Freizeitradler am Wochenende auch. «Schade eigentlich», sagt Reinhard Wiedemann. Auf seinem Klapprad sitzend schaut der Sonthofener durch die Gitterstäbe des Bauzauns Richtung Süden. «Das ist doch mal ein Blick: direkt auf den Hauptkamm der Allgäuer Alpen. Schön.»

Christine Holzer aus Sulzberg-Hub wollte ihren beiden Kindern ein unvergessliches Erlebnis bieten. «Als Kind bin ich damals die Bundesstraße Richtung Weitnau geradelt. Das bleibt mir ewig in Erinnerung.» Deshalb testet sie mit Annika (7) und Pirmin (8) nun die neue B19-Trasse, die offenbar nur noch den letzten Schliff benötigt. «Wer jetzt dort nicht radelt, der kommt nie mehr dazu,» sagt auch Gisela Pankau (68).

Stammbesucher der neuen Trasse sind Heinz und Hildegund Heel. Sie wohnen in Oberdorf und gehen dort öfter mal spazieren. Ihren Blick lassen sie über die vier B19-Fahrstreifen hinaus schweifen. «Durch den Hochwasserschutz an der Iller sind viele Kiesbänke freigelegt worden. Das wird dort ein richtig schönes Naherholungsgebiet,» freut sich der 65-jährige Heinz Heel. Noch ein Plus: Durch die Tieferlegung der B 19 bei Oberdorf ist der Verkehrslärm bei ihm zu Hause in der Bergstraße nicht mehr zu hören.

«Ich persönlich bin der Meinung, ohne den Iller-Hochwasserschutz wäre die B19neu immer noch nicht gebaut worden,» sagt Radfahrer Bernd Graf (50) aus Oberdorf. Er kann sich daran erinnern, dass er als kleiner Steppke wenigstens den vierspurigen Ausbau der B19 zwischen Sonthofen und Immenstadt erlebt hat. «Dann ging wohl das Geld aus», mutmaßt er, warum der Weiterbau so lange auf sich warten ließ.

Am Donnerstag, 17. September, soll die Straße für den Verkehr freigegeben werden. «Dem steht wohl nichts mehr im Weg», ist Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt überzeugt. Dass die Strecke zum Anziehungspunkt geworden ist, bedauert Hanrieder einerseits. «Denn das ist eine Baustelle. Das Betreten ist verboten. Wenn jemand zu Schaden kommt, dann hat er Probleme.

» Dass dennoch so viele schon die neuen Fahrbahnen nutzen, kann er andererseits verstehen. «Klar, das ist wie ein Magnet. Die B 19 neu ist eine wunderschöne Straße.»

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