Allgäu
Wer fährt künftig auf welchem Weg?

Marktoberdorf/Bertoldshofen Wie verlaufen die Verkehrsströme im Umfeld der geplanten Umgehung für Bertoldshofen und Marktoberdorf? Diese Frage bildete am dritten und letzten Tag der Erörterung im Planfeststellungsverfahren einen Schwerpunkt. Diskutiert wurde im Rathaussaal vor allem, ob der Verkehr auf den Schleichwegen über Burk und Rieder nach Füssen zunimmt. Eine Prognose legte das Straßenbauamt nur für die Burker Trasse vor. Nach Bau der Umgehung rechnet man dort mit täglich 2800 Autos. Eine Zunahme sei durch allgemein stärkeren Verkehr zu erwarten, so die Straßenbauer.

Straße nicht in Prognose

Christian Hetze sagte, der Schleichweg von Bertoldshofen nach Heiland auf der Ortsverbindungsstraße spare 2,5 Kilometer im Vergleich zur Bundesstraßen-Trasse. Schon jetzt seien dort viele auswärtige Autofahrer unterwegs. Er befürchte eine enorme Steigerung und bemängelte, dass das Straßenbauamt dies nicht berücksichtige. Das Staatliche Bauamt hielt entgegen, dass die Straße vom Ausbauzustand her nicht für den überörtlichen Verkehr geeignet sei. Mit Wegweisern und Beschränkungen könne man lenkend eingreifen. Dies sei bei einer Gemeindestraße Aufgabe der Stadt. Die Regierung forderte hier genauere Prognoseaussagen an.

Ähnlich ist die Situation in Burk. Alfred Gebler meinte: «Wer braucht die Abfahrt Burk?» Er forderte, nur noch eine Zufahrt von Selbensberg aus über einen B472-begleitenden Weg nach Burk. Nur noch wer wirklich nach Burk wolle, wähle diesen Umweg. Verhandlungsleiterin Maria Halser-Friedl bezweifelte, dass dies alle Burker so sehen. Für verkehrslenkende Maßnahmen sei auch hier die Stadt zuständig.

Immer wieder Thema war die Zufahrt für Kreen. Geplant ist, eine Abfahrt von der neuen Bundesstraße nach Osten und von dort durch eine traktorengerechte Unterführung nach Kreen. Rechtseinbiegen von Kreen Richtung Bertoldshofen und ein direktes Überqueren der Straße soll nicht mehr möglich sein. Begründet wird dies mit mehreren tödlichen Unfällen in der Vergangenheit durch Kreuzungsverkehr.

Laut Gutachter sind täglich über die jetzige Kreisstraße von Kreen kommend 40 Fahrzeuge unterwegs - hauptsächlich in Richtung Altdorf. Dem hielt Clement Kees (Kreen) entgegen, dass Schlepper in der Hochsaison im 20 Minuten-Takt fahren. Für manche, so Straßenbauamts-Leiter Bruno Fischle, ergebe sich zwar ein Umweg, dafür aber eine sichere Verbindung.

Drei Meter-Weg nach Hausen

Umstritten ist die Anbindung von Hausen. Benedikt Greither stellte dar, dass neben dem Kreisel eine Abfahrt nach Hausen geplant sei. Diese schon jetzt vorhandene Zufahrt von Westen sei nur drei Meter breit und könne nicht verbreitert werden. Doch der Hauptverkehr nach Hausen laufe nach Bau der Umgehung auf dieser Trasse. Straßenbauer Hermann Streicher verwies darauf, der Weg sei städtisch.

Hausen könne man zudem von Bertoldshofen und von Hörmanshofen aus erreichen. Den Verkehr zu lenken und die Tonnage zu begrenzen, seien Aufgaben der Stadt.

Generell machten die Vertreter der Regierung von Schwaben deutlich, dass die Stadt und die Grundstückseigentümer keine Ansprüche über den Ist-Zustand hinaus erheben können. Wenn ein Feldweg 3,5 Meter breit sei, müsse ein Ersatzweg nicht breiter werden. Falls die Stadt aufgrund größerer landwirtschaftlicher Maschinen breitere Wege wünsche, solle sie sich an den Mehrkosten beteiligen. Landwirte hatten diesen Wunsch mehrfach geäußert. Näheres will die Stadt im Gespräch mit dem Straßenbauamt klären.

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