Wenn zwei Brüder sich streiten

Lindau | bes | Glimpflich davongekommen ist ein 32-jähriger Westallgäuer: Der derzeit arbeitslose Handwerker wurde vom Amtsgericht Lindau zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro (50 Tagessätze à 20 Euro) wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte verurteilt. Zudem hat er die Kosten des Verfahrens zu tragen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Dabei ging es um eine Auseinandersetzung zwischen zwei Brüdern. 'Mein Bruder hat ein Alkoholproblem. Ich wollte ihm helfen', sagte der Angeklagte. Als er im vergangenen Oktober erfahren habe, dass sein Bruder rückfällig geworden und nicht bei der Arbeit erschienen sei, sei er verzweifelt gewesen und habe sich nicht mehr zu helfen gewusst. Selbst unter massivem Alkoholeinfluss stehend habe er seinen Bruder aufgesucht, um ihn zur Rede zu stellen. Dabei gerieten sich die beiden Männer in die Haare. Im Verlaufe dieser Auseinandersetzung, so räumte er ein, habe er unter anderem den Kopf seines Bruders gegen einen Türrahmen geschlagen.

Die inzwischen alarmierten Beamten der Polizei Lindenberg überwältigten den 32-Jährigen, der sich mit Händen und Füßen gegen die Festnahme wehrte. Nur unter großer Kraftanstrengung sei es ihnen gelungen, den Mann in die Ausnüchterungszelle zu verfrachten.

'Wir haben öfter schon Reibereien gehabt, wie das unter Brüdern eben üblich ist', meinte der Angeklagte vor Gericht. Er gab an, von der schwierigen Situation 'überfahren' worden zu sein und räumte reumütig ein, die wohl 'schlechteste Lösung' gewählt zu haben. Er sei innerlich aufgewühlt gewesen, der Alkohol habe ihn dann zu seinem Handeln verleitet. 'Er war in einem Ausnahmezustand', bestätigte einer der Beamten vor Gericht, dass der Angeklagte wohl nicht mehr ganz die Kontrolle über sich hatte.

Richterin Ursula Richter bewertete das geradlinige Auftreten des geständigen Angeklagten vor Gericht ebenso positiv wie die Tatsache, dass er sich gleich am nächsten Morgen bei der Polizei für sein Verhalten - einer der Beamten hatte er vors Schienbein getreten - entschuldigt hatte.

Der 40-jährige Bruder ('wir verstehen uns wieder') versicherte zwar, von den Kopfstößen gegen den Türrahmen nichts mitbekommen zu haben, da er zum Tatzeitpunkt ebenfalls betrunken gewesen sei. Die Aussagen der Polizisten und des Angeklagten selbst ließen die Richterin jedoch nicht daran zweifeln.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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