Füssen
Wenn selbst der Teufel Beifall erntet

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In der Christuskirche ist an diesem Freitagabend der Teufel los - und er erntet gleich zweimal Beifall: Einmal als Mephisto aus Goethes Faust und das andere Mal als Antreiber der Klimakatastrophe. «Das hat mir sehr gut gefallen», sagt der neunjährige Timo zum zweiten Stück, das Füssener Gymnasiasten bei der Nacht der offenen Kirchen aufführen. Nicht nur Timo, auch die vielen anderen Besucher in den acht Gotteshäusern sind angetan vom vielfältigen Programm (siehe Infokasten).

Das deckt die ganze Bandbreite ab, reicht vom fetzigen Schlagzeug-Solo bei der Freien evangelischen Gemeinde bis zur Meditation in der Kirche Zu den Acht Seligkeiten.

Oper in der Franziskanerkirche hören oder selbst singen in der Spitalkirche, Kultur- und Heimatgeschichte am Alten Friedhof erfahren und noch vieles mehr: Diese Mischung kommt an, hunderte Menschen bewegen sich in dieser Nacht von einer Kirche zur anderen.

Wen der Hunger überfällt oder der Durst, der kann sich von Mitgliedern der evangelischen und der syrisch-orthodoxen Gemeinde bewirten lassen.

Viel Beifall für Musikwerkstatt

Gegen 22.15 Uhr strömen immer mehr Besucher in Richtung Franziskanerkirche, denn dort haben bald die Jugendlichen aus der «Musikwerkstatt» des Dekanats ihren Auftritt. Sie waren gemeinsam in Assisi und haben dort ein ebenso besinnliches wie lebensfrohes Programm eingeübt.

Am Ende spenden die Zuhörer viel Beifall, auch Stadtpfarrer Frank Deuring ist voll des Lobes: «Ihr habt wunderschön gesungen und musiziert», sagt er. Und weiter gehts zur Stadtpfarrkirche St. Mang, zum ökumenischen Abschluss der Kirchennacht: Neben Deuring haben sich sein evangelischer Amtsbruder Joachim Spengler, Pastor Henrik Otto (Freie evangelische Gemeinde) und Yevno Cepe von der syrisch-orthodoxen Gemeinde eingefunden, um mit den Teilnehmern die Veranstaltung in Ruhe ausklingen zu lassen.

Im Anschluss daran sprechen Deuring und Spengler - auf seine Initiative hin wurde die erste Füssener Kirchennacht geplant - von einem «Erfolg». Man werde darüber reden, ob und wann die Aktion in Füssen wiederholt wird.

Eines steht laut Spengler aber bereits jetzt fest: An der Kirchennacht, die im Mai 2011 unter anderem in Kempten, und Kaufbeuren geplant ist, werde man sich nicht beteiligen. Hier gebe es terminliche Probleme. Füssen werde ein bisschen «eine eigene Spur» fahren, so Spengler

Und was hält «Gott» von der Kirchennacht? «Ich finde die Idee gut», sagt Manuel Kunkel vom Füssener Gymnasium, der in der Christuskirche zuvor den Schöpfer in der Szene mit Mephisto mimte. (hs/ha)

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