Hirschegg / Kleinwalsertal
Wenn Schuhe Geschichten erzählen

Schuhe sollen ja einiges über Charakter und Gewohnheiten ihrer Träger verraten! So richten manche Menschen bei der Begegnung mit einem Unbekannten den ersten Blick - nein, nicht in die Augen, sondern auf die Fußbekleidung ihres Gegenübers. Die Vorarlberger Künstlerin Cornelia Blum hat aus dieser Erkenntnis eine ganze Objekt-Serie gestaltet, die sie derzeit mit weiteren (thematisch wie konzeptionell) vielfältigen Arbeiten im Hirschegger Naturhotel Chesa Valisa präsentiert.

Gleich im Eingangsbereich sind sie an die Wand genagelt - Schuhe, abendfein herausgeputzt, in leuchtendem Pink oder als wettergegerbte Alpin-Experten. Gemeinsam mit Gummistiefeln, Flip-Flops oder anderen aktuellen «Fußnoten» erzählen sie Geschichten der «tragenden» Personen und geben ein Stück ihrer Persönlichkeit preis. Cornelia Blum hat die Originale mit verschiedenen Papieren abgeformt und mittels Buchbinderleim zu beredten Objekten verdichtet.

Schnüre und Kleister bezeugen den textilen Schwerpunkt

Im weiteren Ausstellungsreigen bezeugen «Gestricktes, Gezeichnetes, Abformungen und Collagen» sowie interessante Arbeiten mit gesponnenen Papierschnüren, Seidenpapier und Kleister den textilen Studien-Schwerpunkt (HTBl Salzburg) dieser ungewöhnlichen Künstlerin.

Die gymnasiale Kunsterzieherin und Dozentin in Riedenburg/Bregenz ist Mitglied im Berufsverband bildender Künstler Salzburg, sowie Österreichischer Kunst- und Werkerzieher und Gründungsmitglied des Vorarlberger Forums für aktuelle Kunst. Durch zahlreiche Ausstellungen und Publikationen hat sich Cornelia Blum mittlerweile in der Kunstszene einen Namen gemacht.

Jetzt nahm sie sich eine «Auszeit», ein Jahr des Rückzugs und der Stille, um bar jeglicher beruflicher Verpflichtungen ihr kreatives Potenzial - in der Abgeschiedenheit ihres Aterliers - auszuschöpfen. «Mal einfach nur das zu tun, was mir Spaß macht», sagte Blum bei der Vernissage in der Chesa Valisa.

Und dieses etwas andere Hotel bietet einen adäquaten Rahmen für die ebenso etwas andere künstlerische Botschaft, vermittelt durch ungewöhnliche Techniken und Materialien. Wie die Masken im Wintergarten beispielsweise oder die auf Glas gemalten Bilder in einer Mischtechnik aus Collage, Frottage und Radierung. «To live is to risk» und «An der Hand» hat die Künstlerin diese Arbeiten vieldeutbar betitelt. Dazwischen eine vitale naturalistische Studie «Das Leben der Hyazinthe», die in «weicher Unschärfe» zwischen Malerei und Fotografie jongliert.

Ausstellungsdauer: Zusehen sind die «Auszeit»-Ergebnisse von Cornelia Blum noch bis zum November im Naturhotel Chesa Valisa in Hirschegg im Kleinwalsertal.

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