Marktoberdorf
Wenn Regenfluten die Abwasserkanäle überfordern

Toilettenabwaser, Badewasser, Wasser aus der Waschmaschine, Spülwasser - all das fließt in Marktoberdorf über das Abwasserkanalnetz in die Kläranlage. Doch was geschieht mit dem sogenannten Oberflächenwasser, das bei Regen von Dächern fließt oder auf Pflaster- und Teerflächen nicht versickern kann? Auch dieses fließt in der Ostallgäuer Kreisstadt meist in den Kanal. Nun will die Stadt mit Hilfe einer Umfrage erforschen, ob die Kanäle dafür eigentlich ausreichend dimensioniert sind.

Die Haus- und Grundeigentümer im Stadtgebiet werden in den nächsten Monaten hierzu einen Brief von der Stadt erhalten, kündigte Stadtbaumeister Peter Münsch in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses an. Man wolle wissen, ob das Regenwasser versickern kann oder ins Kanalnetz geleitet wird, so Münsch. Auch soll der Anteil der befestigten Hofflächen und der Dachflächen an der gesamten Grundstücksfläche ermittelt werden.

Ziel der Umfrage ist zu klären, ob Kanäle und Regenüberlaufbecken genügend Kapazitäten aufweisen. Bekanntlich kommt es bei Wolkenbrüchen immer wieder vor, dass die Kanäle die Wassermassen nicht mehr fassen können.

Kommt gesplittete Abrechnung bei Kanalgebühren?

Wie Münsch versicherte, hat die Umfrage - aktuell - nichts mit einer eventuell künftig gesplitteten Gebührenabrechnung für Schmutz- und Regenwasser zu tun. Solche Abrechnungen sind vielfach andernorts bereits Praxis. Auf die Frage von Baureferent Carl Singer (FW), ob etwa eine Ausgleichsabgabe für unversickertes Oberflächenwasser geplant sei, sagte Kämmerer Wolfgang Guggenmos, eine solche Abgabe werde zu einem späteren Zeitpunkt «vielleicht kommen».

Carl Singer appellierte an die Verwaltung, Hausbesitzer darauf hinzuweisen, bei der Neugestaltung ihrer Grundstücke auch Versickerungsmöglichkeiten einzuplanen. Laut Münsch geschieht dies bereits bei Bauanträgen. Im Übrigen werde auf längere Sicht in allen Städten der Republik eine Gebührenaufsplittung für Schmutz- und Regenwasser eingeführt, so seine Einschätzung.

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