Bündnisgrüne
Wenn Öl und Gas verbraucht sind

Raimund Kamm wird nicht müde, immer wieder das Gleiche zu sagen: Deutschland müsse raus aus der Atomenergie und zwar möglichst sofort. «Von den Irrungen der vergangenen Generationen Abstand nehmen und eine hundertprozentige Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen», beschreibt der ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen seine Vision. Dazu reist er herum, diskutiert auf Podien und hält Vorträge. Die Grünen hatten den Augsburger jetzt zum Jahresempfang des Kreisverbands nach Memmingen eingeladen. Kamm ist heute Vorsitzender des Vereins «Forum - Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik».

«Blicken Sie gedanklich 150 Jahre zurück, damals gab es nur erneuerbare Energie», sagte der Diplom-Ökonom. Auch der Blick 150 Jahre in die Zukunft würde ein ähnliches Bild zeigen, ist er überzeugt. Denn Öl, Gas, Uran und etwas später auch Kohle würden verbraucht sein. «Wir werden wieder kostenlose Rohstoffe nutzen. Dazu wird nur die Umwandlungstechnik benötigt, und die wird immer billiger werden.» Heute gebe es im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland bereits 330000 Arbeitsplätze. Weltweit seien deutsche Entwicklungen in diesem Bereich gefragt. Gut für die Wirtschaft und gut für die Umwelt, urteilte Kamm.

Kommunen empfahl er, offensiv damit umzugehen. Komme in einem Gemeinderat das Thema Windkraftanlagen auf, dann in der Regel mit dem Gedanken, wie man es von der Gemeinde fernhalten könne. Ganz falsch, meinte Kamm. Gemeinden sollten Flächen für die Windkraft ausweisen und nicht heimische Investoren verprellen, um dann auswärtige Investoren mit besseren Anwälten zulassen zu müssen. Förderprogramme seien gut, noch besser sei ein Gemeinderat, der in den Baumarkt gehe und eine Rolle Tesamoll kaufe, um die Fenster der Schule abzudichten, spitzte Kamm zu. Sanierung und vernünftige Energiekonzepte in öffentlichen Gebäuden seien unabdingbar.

Kritik an Stadt

Wolfgang Weiss, Kreissprecher von Bündnis 90/Die Grünen, machte beim Jahresempfang seinem Ärger darüber Luft, dass die neue staatliche Realschule nicht im Passivhaus-Standard gebaut worden sei. Auch für die geplante städtische Realschule sei dieser Standard nicht vorgesehen. Zudem würden die Grünen bereits seit Jahren fordern, dass es in dem geplanten Baugebiet Dobelhalde jedem Bauherren erlaubt sein sollte, energietechnisch neue Bauformen auszuprobieren. «Aber in Memmingen fehlt der Wille, in die Zukunft zu schauen», kritisierte der Kreissprecher.

Die Grünen forderte Wolfgang Weiss zur Teilnahme an überregionalen Aktionen auf. Am 12.März sei etwa eine Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart geplant. In Memmingen soll es am Samstag, 5. März, in der Fußgängerzone eine Informationsveranstaltung zu «100 Jahre Frauenrechte» geben.

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