Bregenz / Dornbirn
Wenn Hörgeräte und Gebisse verloren gehen

Beim Fundamt wird alles abgegeben - und dazu gibt es skurrile Geschichten. «Abgegeben wird einfach alles», meint Birgit Feierle vom Fundamt Dornbirn. Gegenstände wie Prothesen, Hörgeräte, Gehhilfen, Gebisse und sogar Eheringe finden über Umwege ihren Platz in den sauber sortierten Schubladen und Kästen des Amtes. Auch in Bregenz gehen außergewöhnliche Funde ein.

Zwei Kinder gaben im Fundamt Sexspielzeug ab. Sie fanden es in einem Abfalleimer und wollten nun von den Beamten wissen, was sie da gefunden hatten. «Die Aufklärung wollten wir nicht übernehmen, so griffen wir zur Notlüge und erzählten den Kindern, dass ihr Fund ein Teil eines Pferdezaumzeuges war», schmunzelt der Leiter der Verwaltungspolizei Bregenz, Helmut Gassner. «Die Kinder verzichteten zum Glück auf ihren Fundanspruch», sagt Gassner, und so wanderte das Sexspielzeug erneut in den Mülleimer.

5000 Euro gefunden

Bei alltäglichen Gegenständen wie Führerschein, Bankomatkarte, Personalausweis oder Geldbörse kann in den beiden Vorarlberger Gemeinden der Besitzer fast zu 100 Prozent ausfindig gemacht werden.

Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen, wie eine Fundamtsgeschichte aus Bregenz zeigt: Eine Frau aus Vorarlberg fand am Parkplatz des Bregenzer Spielcasinos 5000 Euro. Die 50-Euro-Scheine waren gebraucht und mit einem Gummiband gebündelt. «Überrascht waren wir, als sich trotz Anzeigen in Medien kein Besitzer meldete. So durften wir der ehrlichen Finderin die gesamte Summe aushändigen», sagt Gassner.

Alle Funde werden ein Jahr aufbewahrt, bevor der Finder einen Anspruch auf den Gegenstand hat. Lehnt dieser sein Recht auf den Fund ab, landen die verlorenen Gegenstände auf dem Flohmarkt oder kommen sozialen Organisationen zugute.

Natürlich gibt es auch Funde, die nicht so spektakulär sind. «Vor allem älteren Menschen liegt es am Herzen, dass auch Gegenstände wie einzelne Handschuhe oder Haargummis wieder zu ihrem Besitzer gelangen», weiß Feierle vom Fundamt Dornbirn. Häufiger werden jedoch Gegenstände wie Schlüssel und Handys abgegeben, die bisher im sogenannten Fundbuch eingetragen wurden. Dort fanden auch Informationen zu Fundort, Zeitpunkt und Finderdaten ihren Platz. Der Gegenstand wurde dann, je nach Beschaffenheit, in einen Nylonsack verpackt und mit einer Nummer versehen.

Elektronisches Fundbuch

Vor zwei Monaten wurde das bisherige Fundbuch durch ein elektronisches abgelöst. Nun ist es möglich, den Status aller Fundgegenstände aus Österreich online abzurufen. Die gute Nachricht ist: Von allen Funden nehmen ungefähr 40 Prozent ihren Weg zurück zum Besitzer, selbst Prothesen und Hörgeräte.

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