Richtiges Verhalten bei allergischen Reaktionen
Wenn der Insektenstich gefährlich wird: BRK klärt auf

Insektenstiche können für Allergiker schwere Folgen haben, die bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand reichen. Der BRK gibt Tipps, wie man sich in so einem Fall richtig verhält. (Symbolbild)
  • Insektenstiche können für Allergiker schwere Folgen haben, die bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand reichen. Der BRK gibt Tipps, wie man sich in so einem Fall richtig verhält. (Symbolbild)

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  • hochgeladen von Lisa Hauger

Sind Sie auch allergisch gegen Insektengift? Dann kennen Sie sicher das mulmige Gefühl, das umherschwirrende Wespen, Bienen oder auch Hummeln, Hornissen und Bremsen auslösen. Tatsächlich können Insektenstiche für Allergiker schwere Folgen haben, die bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand reichen. Peter Fraas, Rettungsdienstleiter beim BRK Oberallgäu, gibt Betroffenen und deren Begleitern hilfreiche Tipps zum richtigen Verhalten.

Schwellungen, Rötungen, Juckreiz

"Allergische Reaktionen auf Insektenstiche zeigen sich in der Regel bereits nach Sekunden oder wenigen Minuten und können ganz unterschiedlich ausfallen. Leichte Schwellungen, Rötungen und Juckreiz oder Schmerzen sind normal. Wenn Stiche allerdings sehr stark und länger als 24 Stunden anschwellen oder Schwellungen im Nasen-Rachenraum auftreten, sollten die Alarmglocken schrillen. Dann sollte schnellstmöglich ein Allergietest beim Haus- oder Hautarzt veranlasst werden“, erklärt Peter Fraas. "Das Problem ist, dass allergische Reaktionen auf Insektenstiche, anders als zum Beispiel bei einer Pollenallergien, unberechenbar sind. Manchmal bleibt es bei einer Schwellung, aber die Beschwerden können auch plötzlich bis hin zu einem anaphylaktischen Schock führen."

Als mögliche Hinweise auf den Beginn einer solchen schweren Reaktion nennt er plötzliche Kopfschmerzen, Juckreiz oder Brennen an den Handinnenflächen, Fußsohlen oder im Genitalbereich, metallischer Geschmack im Mund, Angstgefühle oder Verwirrtheit. "Ganz deutliche Zeichen eines allergischen oder anaphylaktischen Schocks sind plötzlicher Juckreiz oder Brennen im Rachenraum und an der Zunge, Schwellungen an Hals und Gesicht, Rötung der Haut oder Schleimhaut sowie Fließschnupfen, Heiserkeit und starke Atembeschwerden. Hinzu kommen oft Hitzewallungen, Schwäche, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie Bauchkrämpfe und Durchfall."

Rettungsdienst alamieren

Schon beim ersten Verdacht muss sofort der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden, betont Fraas. Bis zu dessen Eintreffen rät er zu folgenden Erste Hilfe-Maßnahmen:

  • bei bekannter Allergie gilt: nach dem Stich sofort handeln
  • Notruf 112 verständigen
  • falls vorhanden, sofort Notfallset anwenden
  • bei Bienenstichen: Stachel, der in der Haut steckt, mit dem Fingernagel wegschnippen (ACHTUNG: Stachelblase nicht quetschen!)
  • bei Atmungsproblemen: sitzende Haltung
  • enge Kleidungsstücke, vor allem am Hals, lockern oder entfernen
  • bei Schocksymptomen (kalter Schweiß, Blässe, Schwindel): auf den Rücken legen, Beine hochlagern (bei gleichzeitiger Atemnot: stattdessen sitzen)
  • bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • ständig Atmung und Herzschlag kontrollieren
  • bei fehlender Atmung und Herzschlag: Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen (Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung im Wechsel 30 zu 2)

"Grundsätzlich ist es wichtig, über die eigene Allergie und die Allergieauslöser Bescheid zu wissen", betont der Experte. "Wer ein Notfall-Set hat, sollte dies in der warmen Jahreszeit immer mitführen. Wichtig ist es, sich und Angehörige in Ruhe mit der Handhabung vor allem der Adrenal-Fertigspritze vertraut zu machen, denn im akuten Notfall kann jede Sekunde über Leben und Tod entscheiden."

Wespen- oder Bienenstich im Mund

Bei einem Wespen- oder Bienenstich im Mund ist die Situation auch ohne Allergie lebensbedrohlich. "Als Reaktion auf das Insektengift können Schleimhäute und Zunge in Sekundenschnelle anschwellen. Die Atemwege können sich innerhalb kürzester Zeit verengen oder ganz verschließen - der Betroffene droht zu ersticken", warnt Peter Fraas. "Rufen Sie darum sofort den Rettungsdienst unter 112 und kühlen sie den Hals des Betroffenen schnellstmöglich von außen und innen, etwa durch kalte Umschläge oder Kühlelemente und durch das Lutschen von Eiswürfeln oder Speiseeis. Das hemmt die Schwellung." Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte der Betroffene beruhigt werden.

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