Wohngemeinschaft
Wenn das eigene Haus zu groß wird

Jetzt im Herbst merken es wieder viele: Ein großer Garten ist zwar schön, aber auch beschwerlich - wenn man in die Jahre kommt. Laub rechen, alles winterfest machen, im Winter dann Schnee räumen. Auch im Haus stehen einige Zimmer leer - jetzt, wo die Kinder erwachsen sind.

Dies sind einige der Gründe, auf die der Architekt Peter Ossenberg verweist, wenn er von einer großen Nachfrage nach einem ganz besonderen Bauprojekt in der Marktoberdorfer Innenstadt spricht.

Zwischen Meichelbeckstraße und Birkenweg auf dem Anwesen Kuhn entsteht nämlich bald eine Anlage mit sieben Wohnungen und zwei Stadtvillen. Bauherr ist nicht eine Immobilienfirma, sondern eine sogenannte Bauherrengemeinschaft. Die Mitglieder wollen häufig aus dem eigenen Einfamilienhaus ausziehen.

Bauherrengemeinschaften, so Ossenberg, haben sich in den vergangenen 25 Jahren in vielen Städten bewährt. Die Teilnehmer errichten dabei in privater Trägerschaft ein Gebäude, um selbst darin zu wohnen. Vorteil für die Mitglieder seien nicht nur günstige Baukosten, da kein Bauträger eingeschaltet wird.

Vorteil sei auch, dass die Bauherren, die sich in einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) zusammenschließen, auch selbst festlegen, wie die Raumeinteilung der sieben barrierefreien Wohnungen mit einer Größe zwischen 50 und 110 Quadratmetern aussehen wird und wie die Wohnung ausgestattet ist.

Viele Interessenten im Alter zwischen 40 und 70 Jahren

Laut Ossenberg war die Nachfrage für die Wohnungen in zentraler Lage groß. Interesse kam vor allem von der Generation zwischen 40 und 70 Jahren - «Leute, denen ihr Haus und ihr Garten zu groß war». Wichtig ist aber auch ein sozialer Aspekt. Denn die künftigen Nachbarn kennen sich bereits und gemeinsam genutzte Räume sowie ein gemeinsamer Garten sollen auch die Hausgemeinschaft fördern. Gleichzeitig wird das Gebäude auch barrierefrei und rollstuhlgerecht gestaltet - ein wichtiger Aspekt für ältere Nutzer.

Hinzu kommen auf dem Gelände zwei Stadtvillen mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss, in denen auch Familien Platz finden. Für alle gemeinsam entsteht eine Tiefgarage mit 24 Plätzen sowie ein oberirdischer Parkplatz für 14 Autos.

Dem Bauvorhaben erteilte der Bauausschuss des Stadtrats nun sein Einvernehmen mit der Maßgabe, dass das Wohnhaus nicht höher wird als der benachbarte Neubau mit Metzgerei und Bäckerei. Laut Architekt Ossenberg soll nun demnächst die GbR für die Bauherrengemeinschaft mit einem notariellen Vertrag gegründet werden. Noch heuer sollen dann nötige Abbruch- und Aushubarbeiten durchgeführt werden. Der Bezug der Neubauten ist Ende 2011 geplant.

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