Wenn aus altem Papier neue Fußballtrikots werden

Marktoberdorf | vit | 'Das Geld aus den Altpapiersammlungen ist lebenswichtig für die Jugendarbeit in unserem Verein', erklärt Josef März vom TSV Marktoberdorf. Mehrmals jährlich schwärmen seine Jugendfußballer aus, um in den Straßen von Marktoberdorf Altpapier zu sammeln. Das ist mit großem Aufwand verbunden. Aber der lohnt sich derzeit stärker als in vergangenen Jahren. Denn der Erlös, den die Vereine mit Altpapier erzielen, stieg in den vergangenen Monaten um rund 60 Prozent an.

Bei Wertstoffen gelten Weltmarktpreise, meint Josef Mayr vom Abfallwirtschaftsreferat des Landratsamts. Die Gründe für den Anstieg sind daher für die Abfallwirtschaftler schwer nachzuvollziehen. Möglicherweise liegt es an der boomenden chinesischen Wirtschaft, die auch für hohe Altmetallpreise verantwortlich gemacht wird.

Die Vereine jedenfalls freut es, dass sie mehr erwirtschaften können. Doch hinter den Sammlungen steckt ein großer Aufwand. Gleich mehrere Vereine (TSV, FSV, Kolping) wechseln sich in Marktoberdorf ab. Thalhofen und das Gewend werden vom FC Thalhofen 'bedient'. Die Organisation sei oft schwierig, erklärt März. Sechs Laster seien nötig, ideal sind mindestens 30 Helfer aus der Jugendabteilung. Man brauche einen Sammelplatz und Container vom Verwerter. Dann erst könne man loslegen.

Immer wieder fehlen Helfer

Kommen genügend Jugendliche aus der A- bis D-Fußballjugend am Sammmeltag, dann habe man zwischen 8.30 und 13 Uhr das ganze Stadtgebiet abgeräumt. Doch oft fehlen die Helfer. Die 'Alten Herren' vom Vorstand müssten dann umso länger ran. Oft auch bis 16 oder 17 Uhr. Um das zu umgehen, setzt Fritz Bruni vom FSV Marktoberdorf gleich stärker auf die erwachsenen Mitglieder und die ältere Jugendmannschaft. Aber trotz Zusagen fehlen auch ihm immer wieder Helfer, auf die er zählt.

Die Jugend sei manchmal nämlich etwas schwer zu motivieren, meint März. Aber gerade sie profitiere von dem Geld, das sich bei durchschnittlich 25 Tonnen Altpapier derzeit immerhin auf rund 2000 Euro pro Sammlung summiere. Der Erlös nämlich kommt voll und ganz der Jugendarbeit zugute. Finanziert wird damit der Spielbetrieb, neue Trikots und Bälle können gekauft werden und auch für den Grillabend zum Saisonabschluss bleibe oft noch etwas übrig. Das, so März, sollte eigentlich für mehr Spieler Antrieb sein, bei den Sammlungen zu helfen.

Bitte an die Bürger

März und Bruni appellieren auch an die Bürger, hier mehr an die Vereine zu denken. Statt das Altpapier zum Wertstoffhof zu fahren, sollten sie es lieber für die Vereinssammlungen aufheben. Zumal die Abholung sogar bequemer sei. Dass mehr Papier auf dem Markt sei, weiß Bruni: Früher stapelte sich oft die doppelte Menge in den Vereinscontainern.

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